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Wiederaufführung: Die taube Zeitmaschine im Ballhaus Ost

Eine Zeitreise durch zwei Galaxien in Gebärdensprache, Lautsprachbegleitenden Gebärden und Lautsprache – geeignet für Gehörlose und Hörende

„Geschichten sind ein Instrument der Macht. Keine Geschichte zu haben, heißt deshalb, machtlos zu sein.“

Sie leben unter uns. Wir sehen sie manchmal auf der Straße, im Bus, auf dem Bahnhof: die Gehörlosen. Doch was wissen wir über sie? So gut wie nichts! Ist Gebärdensprache eine universale Pantomime? Kann ich mir die Ohren verstopfen und bin dann auch ein Gehörloser? Warum gibt es in Deutschland weniger Gehörlose als in England oder den USA? Und was ist ein Cochlea-Implantat?
Neun gehörlose und vier hörende Darsteller gehen gemeinsam auf eine Reise durch die Geschichte der Gehörlosen. Eine weitgehend unbekannte Geschichte einer lebendigen Gemeinschaft mit eigener Sprache und Kultur, aber auch von Verfolgung und Unterdrückung einer Minderheit durch eine Mehrheit. Wie sieht es heute aus? Ist die Zeit der Bevormundung vorbei?
Mit Hilfe von historischen Recherchen, Zeitzeugeninterviews, Video und Improvisationen der Performer, die auf eigene Erfahrungen in unterschiedlichen Ländern basieren, wird die Geschichte der Gehörlosen vom Abbé de L’Epée über die NS-Zeit bis zum Cochlea-Impantat erzählt.

12.+13.+14.06.2015, jeweils 20.00 Uhr, Aufführungen, Ballhaus Ost, Pappelallee 15, 10437 Berlin
Karten: 15 Euro / erm. 10 Euro; 030 44 039 168 und karten@ballhausost.de und online

von und mit mit ASYA AVAGYAN / JOHANNA BÖTTCHER / HEND EL-KADI / EMILIA VON HEISELER / INARA ILYASOVA / ERDAL KAR / EYK KAULY / PETER MARTY / NIKOLA VUJICIC / FRANK WEIGANG / WILLE FELIX ZANTE / CORDULA ZIELONKA
Leitung: Michaela Caspar
Text nach Improvisationen der Gruppe Till Nikolaus von Heiseler Raum 
Komposition: Jan-Peter Sonntag 
Gebärdensprachübertragung: Anka Böttcher
Kostüm: Gabriele Wischmann 
Video: Jens Kupsch 
Dramaturgie: Rafael Ugarte Chacon / Wille Felix Zante 
Produktionsleitung: Daniel Schrader 
Assistenz/Fotografie: Max Neu

Eine Produktion von Possible World e.V. in Kooperation mit dem Ballhaus Ost,
gefördert durch die Aktion Mensch, den Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung und den Fonds Soziokultur.

Seit 2009 arbeitet Possible World kontinuierlich mit gehörlosen, schwerhörigen, mehrfachbehinderten und hörenden Jugendlichen und Schauspielern in inklusiven Theater- und Filmprojekten. Viele haben einen Migrationshintergrund. Ziel ist es, ein Modell für die kreative Zusammenarbeit von Gehörlosen und Hörenden zu schaffen. Die Projekte wurden bereits für mehrere nationale und internationale Preise nominiert.

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