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Kubinaut Labor #15: Alles Klasse in der Kulturellen Bildung?

Soziale Barrieren erkennen, Zugänge hinterfragen, Praxis verändern

Beschreibung

Klassismus beschreibt die Abwertung, Benachteiligung und den Ausschluss von Menschen aufgrund ihrer sozialen Herkunft oder ihrer sozialen und ökonomischen Position. Im Vergleich zu anderen Diskriminierungsformen wird Klassismus gesellschaftlich oft weniger wahrgenommen und bleibt deshalb häufig unsichtbar. Seine Auswirkungen zeigen sich jedoch in vielen Lebensbereichen – auch in Bildung und Kultur. 

Das Kubinaut Labor #15 richtet den Blick auf klassistische Ausschlüsse in der Kulturellen Bildung und nähert sich dem Thema aus verschiedenen Perspektiven: Wie und wo entstehen klassistische Barrieren? Welche Strukturen und Praxen tragen zur Reproduktion sozialer Ungleichheiten bei? Und wie können diese erkannt, reflektiert und verändert werden?

Die Veranstaltung verbindet fachliche Impulse, praxisorientierte Workshops und kollegialen Austausch. Gemeinsam nehmen wir Klassismus in der Kulturellen Bildung in den Blick und diskutieren, wie eine klassismussensible Praxis gestaltet werden kann.

Moderation:
Julian Knop (keine Pronomen) arbeitet freiberuflich in den Bereichen Moderation, Training und Prozessbegleitung mit Schwerpunkten auf Demokratiebildung, Vielfalt und diskriminierungskritischer Praxis. Gemeinsam mit Frede Macioszek entstand der Sammelband Klassenfahrt. 63 persönliche Geschichten zu Klassismus und feinen Unterschieden, der Erfahrungen mit Klassismus aus unterschiedlichen Perspektiven versammelt.

Datum: Donnerstag, 12. November 2026
Uhrzeit: 10:00 bis 15:00 Uhr, Einlass ab 9:30 Uhr
Ort: Theater an der Parkaue (Parkaue 29, 10367 Berlin)
Anmeldung: Kostenlos mit Online-Anmeldung bis 8.11.2025 über folgenden Link: https://de.surveymonkey.com/r/KubinautLabor15 

Veranstaltung in deutscher Lautsprache.

Download Programm (PDF)

Programm

10:00 - 10:30 Uhr        Begrüßung

Cornelia Schuster (sie/ihr), Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (LKJ) Berlin e.V. & Franziska Münz (sie/ihr), kultur_formen

10:30 - 11:00 Uhr        Input von Tanja Abou
Klassismus prägt gesellschaftliche Teilhabe oft stärker, als uns bewusst ist. In ihrem Impuls wirft Tanja Abou einen Blick auf die Wirkungsweisen klassistischer Ausschlüsse und fragt, welche Rolle die Kulturelle Bildung bei der Reproduktion, aber auch beim Abbau sozialer Ungleichheiten spielen kann. Der Vortrag eröffnet Perspektiven für die weitere Auseinandersetzung im Labor.

11:00 - 11:15 Uhr        Raumwechsel

11:15 - 13:15 Uhr        Parallele Workshops (je ein Durchlauf)
Klassismus erkennen – ein Einstieg in das Themenfeld
Klassismussensible Praxis gestalten - Erfahrungen aus der Kulturellen Kinder- und Jugendbildung
Zugang zu was? - Klassismuskritische Perspektiven auf Kulturelle Bildung

13:15 - 14:15 Uhr         Mittagspause

14:15 - 15:00 Uhr         Think.Pair.Share.
Austausch und Ergebnissicherung im Plenum

 

Graphic Recording
Die Veranstaltung wird durch ein Graphic Recording von Anja Riese begleitet. Zentrale Impulse, Diskussionen und Erkenntnisse werden während des Tages visuell dokumentiert und in einem Gesamtbild festgehalten.

Workshop 1: Klassismus erkennen – ein Einstieg in das Themenfeld

Workshopleitung: Tanja Abou
Der Workshop richtet sich an Menschen, die sich bisher wenig mit dem Thema beschäftigt haben und einen praxisnahen Einstieg suchen. Durch interaktive Übungen und gemeinsame Reflexionen werden die Teilnehmenden für klassistische Ausschlüsse sensibilisiert und angeregt, die eigene Perspektive zu hinterfragen. Dabei geht es auch darum, die Lebensrealitäten und Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen aus unterschiedlichen sozialen Lagen besser zu verstehen.

Ziel des Workshops ist es, die Wahrnehmung für soziale Ungleichheiten zu schärfen, klassistische Barrieren sichtbar zu machen und erste Impulse für eine klassismussensible Praxis zu entwickeln.

Workshop 2: Klassismussensible Praxis gestalten - Erfahrungen aus der Kulturellen Kinder- und Jugendbildung

Workshopleitung: Sonya Walter (sie/ihr), Kreuzberger Musikalische Aktion (kma)/Statthaus Böcklerpark und Vanessa Unzalu-Troya (sie/ihr), P14/Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz
In diesem Workshop steht die Praxis im Mittelpunkt: Zwei Einrichtungen geben Einblicke in ihre Arbeit, teilen Erfahrungen und laden zum Austausch über Möglichkeiten und Herausforderungen einer armuts- und klassismussensiblen Kulturellen Kinder- und Jugendbildung ein.
Im Fokus steht die Frage, wie Projekte und Angebote so gestaltet werden können, dass sie Kindern und Jugendlichen eine eigene künstlerische Praxis ermöglichen - unabhängig von ihrer Familiensituation. Welche sozialen und ökonomischen Hürden wirken ausschließend? Und wie gehen wir sensibel mit diesen Hürden um, um langfristig soziale und ökonomische Zugangsbarrieren abzubauen? Der Workshop richtet sich insbesondere an Projektumsetzende, Fachkräfte der Jugendarbeit und Kulturinstitutionen, die praktische Anregungen für eine klassismussensible Gestaltung ihrer eigenen Arbeit gewinnen möchten.

Workshop 3: Zugang zu was? - Klassismuskritische Perspektiven auf Kulturelle Bildung

Workshopleitung: Stefanie Kiwi Menrath (sie/ihr)
Moderation: Justine Donner (sie/ihr)
Der Workshop richtet sich an Akteur*innen, die sich bereits mit Klassismuskritik in der Kulturellen Bildung beschäftigen und ihr Blickfeld gemeinsam weiten möchten.
Ausgehend von der Idee „Kultur für alle“ der 1970er Jahre wird ein zentrales Spannungsfeld sichtbar: Zwar sollten mehr Menschen Zugänge zu Kultur erhalten, doch die Frage, wer definiert, was als Kultur gilt, blieb weitgehend unberührt. Im dritten Workshop rückt daher die Kulturelle Bildung selbst in den Blick. Eine klassismuskritische Perspektive fragt nicht nur nach den Zugängen der Teilnehmenden, sondern auch danach, wie Institutionen und Akteur*innen Zugänge zu unterschiedlichen Lebensrealitäten und kulturellen Praxen entwickeln können. Im Fokus steht der Austausch darüber, wie sich Praxis und Strukturen der Kulturellen Bildung langfristig klassismuskritisch weiterentwickeln lassen.

Think.Pair.Share.
Austausch und Ergebnissicherung im Plenum

Welche Fragen bleiben offen? Welche Impulse nehmen wir für die eigene Praxis mit? Im abschließenden Austausch kommen die Teilnehmenden miteinander ins Gespräch, teilen Erfahrungen und Erkenntnisse aus den Workshops und bringen unterschiedliche Perspektiven zusammen. So entstehen Anknüpfungspunkte für die eigene Arbeit und die weitere Auseinandersetzung mit Klassismus in der Kulturellen Bildung.

Weitere Informationen 

Teilnahme
Die Teilnahme ist für alle offen und richtet sich besonders an Akteur*innen der Kulturellen Bildung, an Kunst- und Kulturtätige sowie Fachkräfte aus dem Jugendbereich, Lehrkräfte und Pädagog*innen.

Anmeldung
Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt. Bitte melden Sie sich online bis zum 08.11.2026 an: https://de.surveymonkey.com/r/KubinautLabor15 

Für eine barrierearme Anmeldung können Sie uns auch eine E-Mail schreiben an: kontakt@kubinaut.de  oder in der LKJ anrufen unter: 030 29 66 87 66.

Barrieresituation vor Ort 
Die Veranstaltung ist nur teilweise mit dem Rollstuhl zugänglich. Die Veranstaltung findet in Studio1 sowie zwei Proberäumen statt. Das Studio1 ist über einen Fahrstuhl zu erreichen. Die zwei Proberäume sind über eine Treppe erreichbar. Detaillierte Informationen zu den Zugangsbarrieren finden Sie auf der Website des Theater an der Parkaue. Falls Sie eine Gehhilfe oder einen Rollstuhl nutzen, nehmen Sie bitte vorher Kontakt mit uns auf. 

Wir bemühen uns, die Veranstaltung für alle Teilnehmenden so zugänglich wie möglich zu gestalten. Bitte melden Sie sich vorab, wenn Sie Unterstützungsbedarfe haben.

Awareness & Ansprechpersonen

Awareness
Wir möchten, dass unsere Veranstaltungen für alle sicher, inklusiv und diskriminierungsfrei sind. Respektvolles Miteinander ist uns wichtig: Rassismus, Sexismus, Adultismus, Klassismus oder andere Formen von Diskriminierung, verletzender Sprache, Gewalt, Ausgrenzung und Beleidigungen werden nicht toleriert. Unser Code of Conduct gilt für alle Anwesenden, einschließlich Team und Referent*innen. Awareness verstehen wir als gemeinsame Verantwortung: Bitte achten Sie auf sich selbst und andere. Bei Verstößen behalten wir uns vor, Personen von der Veranstaltung auszuschließen. Wenn Sie Diskriminierung oder unangemessenes Verhalten beobachten oder erfahren, können Sie sich vertrauensvoll an das Awareness-Team vor Ort wenden.

Ansprechpersonen 
Frauke Cedziwoda (sie/ihr) und Johanna Meyer-Gohde (sie/ihr), Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung Berlin e.V. 
Justine Donner (sie/ihr), kultur_formen von der Stiftung für Kulturelle Weiterbildung und Kulturberatung 

Kontakt 
E-Mail: kontakt@kubinaut.de
Telefon: 030 3030 444 46 (kultur_formen) oder 030 29 66 87 66 (LKJ)

Über uns
Die Online-Plattform www.kubinaut.de ist für alle, die künstlerische Formate mit aktiver Beteiligung von Kindern und jungen Menschen suchen oder anbieten. Kubinaut ist ein Kooperationsprojekt der Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (LKJ) Berlin e.V. mit kultur_formen von der Stiftung für Kulturelle Weiterbildung und Kulturberatung. Das Projekt wird gefördert von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie und der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt.

12. November 2026 , 09:30 bis 15:00 , THEATER AN DER PARKAUE
Parkaue 29
10367 Berlin
Kostenfrei Nachfolgend die Kategorien beziehungsweise Filter des Beitrags. berlinweit Vortrag Workshop Weiterbildung Antidiskriminierung Sonstiges Spartenübergreifend Künstler*innen / Kulturschaffende Lehrkräfte Menschen mit Behinderungen Pädagogisches Fachpersonal