Philosophieren in der Grundschule
Fortbildung für Lehrkräfte
Die Fortbildung richtet sich an Lehrkräfte, die das Philosophieren mit Kindern in ihren Unterricht integrieren oder als eigenständiges Angebot an ihrer Schule umsetzen möchten. Sie umfasst 6 Termine á 4 Stunden zwischen Oktober 2026 und Mai 2027, eine Hospitation im Programm sowie ein kleines Abschlussprojekt mit den eigenen Schülerinnen und Schülern.
Ansatz
Mit Kindern zu philosophieren hat in den vergangenen Jahren zunehmend Eingang in die Bildungs- und Rahmenlehrpläne der Länder gefunden. In immer mehr Bundesländern ist es inzwischen Ersatzfach zur Religion. Es rückt den weltanschaulich neutralen, argumentativ und kontrovers ausgerichteten Austausch zwischen den Schüler:innen ins Zentrum. Nicht die Frage danach, was richtig oder falsch ist, steht im Fokus, sondern selbst und miteinander denken.
Philosophieren fördert die Fähigkeit von Kindern, sich in einer immer komplexer werdenden Welt zu orientieren und das eigene Handeln verantwortlich zu gestalten. Es schließt kreatives Arbeiten ein und knüpft an die Lebenswelt der Kinder an.
Ziele
Regelmäßiges Philosophieren prägt nachhaltig die Gesprächskultur im Klassenverband: Es fördert die Sprachbildung auf individueller und gemeinschaftlicher Ebene sowie die Diversitäts- und Demokratiekompetenz der Schüler:innen. Empirische Studien belegen seine Wirkungen im Bereich der kognitiven und sozialen Entwicklung. Philosophieren fördert Perspektivwechsel, es wirkt gewaltpräventiv. Insgesamt zielt es somit auf die Kompetenzen des Fachs Deutsch (Sprechen, Zuhören, Verstehen) sowie auf die fach-übergreifenden Kompetenzen des Berliner Rahmenlehrplans (Teil B).
Inhalte
Die Fortbildung vermittelt Lehrkräften zentrale Methoden, um philosophische Gespräche mit Kindern fachlich fundiert anzuleiten. Sie verbindet theoretische Grundlagen mit erprobter Praxis und zeigt Wege dazu auf, um das Philosophieren in den Schulalltag zu integrieren – in den Unterricht, im Rahmen von Projekten oder im Ganztag.
Im Mittelpunkt stehen die Haltung beim Philosophieren und Methoden der Philosophie-didaktik sowie die sprachsensible und inklusive Gestaltung von Gesprächen. Die Teil-nehmenden lernen Verfahren der Unterrichtsplanung kennen und Formate der kreativen Umsetzung. Sie reflektieren den Einsatz von Medien beim Philosophieren (Bilder, Bücher, Gegenstände u.a.). Zwischen den Modulen werden die Inhalte erprobt und reflektiert.
Den Abschluss der Fortbildung bilden die Konzeption und Umsetzung eines eigenen Projekts zum Philosophieren (eine philosophische Unterrichtseinheit, ein Projekttag o.Ä.).
Die Teilnehmenden erhalten eine Teilnahme-Bescheinigung zur Anerkennung der Fortbildung durch die Schulleitung.
Referent:innen
Dr. Susann Köppl studierte Philosophie und Musikwissenschaften und arbeitet derzeit als Lehrerin an einer Grundschule im Berliner Wedding. Seit etwa acht Jahren philosophiert sie dort mit Kindern, 2024/2025 auch im Kontext der Berliner Denkspielplätze.
Isabell Köster ist Kulturwissenschaftlerin und Beraterin für die Entwicklung kultureller und urbaner Räume. Besonders gerne philosophiert sie mit Geschichten oder „cokreativ“ mit Künstler:innen. Von 2007 bis 2023 leitete sie das Junge Literaturhaus Hamburg und entwickelte dort das Projekt Gedankenflieger – Philosophieren mit Kindern. Sie ist Vorsitzende des Vereins Was denkst du?
Dr. Martin Mettin ist promovierter Philosoph. Er lehrt und forscht als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Humanistischen Hochschule Berlin mit den Schwerpunkten Ästhetik, Ethik, Bildungs- und Sozialphilosophie. Im Dialog mit Kindern vereint er philosophische Fragen mit künstlerischen Ausdrucksformen.
Dr. Ina Schmidt ist promovierte Kulturwissenschaftlerin und Philosophin sowie Sachbuchautorin für Kinder und Erwachsene (Rowohlt und Carlsen Verlag). Sie ist Lehrbeauftragte der Katholischen Universität Eichstätt und bietet seit 2005 mit den „denkraeumen" Formate zur philosophischen Bildung für Organisationen und Einzelpersonen an. Außerdem arbeitet sie als Referentin und Moderatorin für verschiedene Kultur- und Bildungsinstitutionen.
Eva Stollreiter ist Philosophin und Literaturwissenschaftlerin (M. A.). Sie ist Mitgründerin und Geschäftsführerin des Vereins und seit 2013 im Bildungsmanagement tätig. Ihren Schwerpunkt bildet die schulische Bildungsarbeit. 2018-2022 war sie Mitglied der pädagogischen Leitung im FEZ-Berlin, seit 2023 leitet sie für Was denkst du? das Projekt Berliner Denkspielplätze.
250 €
Das Angebot ist Teil des Projekts Berliner Denkspielplätze und wird von der Karl Schlecht Stiftung und der PwC-Stiftung gefördert.
Die Präsenzveranstaltungen finden an sechs Freitagen jeweils von 15 bis 19 Uhr an der Humanistischen Hochschule Berlin statt (Seminarraum 3).
Die Termine zur Hospitation bei den Denkspielplätzen werden individuell abgestimmt (jeweils 9-13 Uhr, im November, Januar, März, Mai oder Juni).
Die Workshops sind nicht einzeln buchbar.