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„Es gibt immer Spielräume!“

Drei Berliner Kulturagentinnen berichten von ihren Erfahrungen

7. November 2014


Integrierte Sekundarschule, Gemeinschaftsschule, Grundschule, Gymnasium und Oberstufenzentrum: In Berlin nehmen ganz unterschiedliche Schulformen am Kulturagentenprogramm teil. Was bedeutet das für die künstlerischen Projekte an den Schulen? Wie unterscheiden sich die Rahmenbedingungen? Und was können die Schulen im Netzwerk voneinander lernen? Drei Berliner Kulturagentinnen berichten von ihren Erfahrungen.

„Das Oberstufenzentrum ist der große Bruder in meinem Schulnetzwerk“, sagt Eva Randelzhofer. Die Marcel-Breuer-Schule in Berlin-Pankow ist ein berufsbildendes Oberstufenzentrum (OSZ) mit den Schwerpunkten Holztechnik, Glastechnik und Design. Viele Lehrerinnen und Lehrer, die hier arbeiten, haben vorher andere Berufe ausgeübt – vor allem im kreativen Bereich. Architekten, Handwerker und Grafiker kommen im Kollegium zusammen. Berührungsängste gegenüber Kunst und Kultur kennt man hier nicht.

„Das gestalterische und technische Know-how und auch die Ausstattung des OSZ tragen dazu bei, dass viele Projektideen schnell und einfach umgesetzt werden können“, erklärt die Kulturagentin. „Außerdem ist projektbezogenes Arbeiten im Unterricht sowieso vorgesehen. Daraus ergeben sich viele Freiräume.“

Im Netzwerk voneinander lernen

Über ihre unterschiedlichen Möglichkeiten, Grenzen und Ressourcen tauschen sich die drei Schulen im Pankower Netzwerk bei regelmäßigen Treffen auf Leitungsebene aus. Neben dem OSZ gehören zwei Sekundarschulen dazu – die Hagenbeck-Schule und die Reinhold-Burger-Schule. „Alle sind wahnsinnig neugierig aufeinander“, sagt Randelzhofer. Aber auch die Schülerinnen und Schüler tauschen sich aus: Schülergruppen werden zu Projektpräsentationen des OSZ eingeladen und erhalten Einblicke, was dort passiert und möglich ist.

Den Übergang zwischen den Schulen erleichtern

Auch im Kreuzberger Schulnetzwerk von Kulturagentin Silke Ballath besuchen Schülerinnen und Schüler der Fichtelgebirge-Grundschule die Projektpräsentationen der Refik-Veseli-Schule (Integrierte Sekundarschule). Im November schauen sie sich beispielsweise das Theaterstück „Findet Refik!“ an, das eine 7. Klasse in einem vierwöchigen Projekt zum Thema „Zivilcourage“ entwickelt hat. „Sich eine solche Aufführung anzuschauen, bietet den Grundschülern gleichzeitig die Möglichkeit, eine weiterführende Schule näher kennenzulernen“, sagt Ballath. Einige der Kinder gehen nach ihrer sechsjährigen Grundschulzeit auf die Refik-Veseli-Schule.

Strukturen flexibel gestalten

Sowohl Silke Ballath als auch ihre Kollegin Friederike Holländer, Kulturagentin im Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg, entdecken bei den Grundschulen besondere Möglichkeiten. „Die Klassenlehrer unterrichten meist viele Fächer. Projekttage lassen sich da viel einfacher umsetzen“, erklärt Holländer. An der Robert-Blum-Oberschule, einem Gymnasium in ihrem Schulnetzwerk, mussten dafür erst neue Strukturen geschaffen werden: Alle musischen Fächer liegen nun auf einem Wochentag, sodass Projekttage möglich sind.

„Es kommt nicht auf die Schulform an, sondern vielmehr darauf, wie konstruktiv und kreativ die Schulen mit den Vorgaben der Stundentafel umgehen, um kulturelle Bildung im Schulalltag zu verankern“, sagt Silke Ballath. „Es gibt immer Spielräume!“ Doch obwohl jede Schule für sich ihre Spielräume ausloten muss, bilden die vielfältigen Schulformen auch einen gemeinsamen Spielraum: Ein buntes Berliner Kulturagenten-Netzwerk, aus dem eine besonders vielseitige Projektlandschaft erwachsen ist.

Zu den Berliner Kulturagenten-Schulen gehören:
- ein Oberstufenzentrum
- drei Gymnasien
- fünf Grundschulen
- 21 Integrierte Sekundarschulen  (ISS), davon sieben Gemeinschaftsschulen, in denen das längere gemeinsame und individuelle Lernen von Klasse 1 bis 10 und sogar bis Klasse 12/13 fest verankert ist.

Weitere Informationen zu den Berliner Schulformen unter: www.berlin.de/sen/bildung/bildungswege

Quelle: http://www.kulturagenten-programm.de

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