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Diversitätsbewusste Kulturelle Bildung?

Ein Diskurs um Anspruch, Utopie und Wirklichkeit in der Akademie Remscheid

19. Dezember 2014


Nicht selten hebt künstlerische Bildungspraxis inter- und transkulturelles Lernen als explizites Bildungsziel hervor. Die Konferenz „Anspruch und Wirklichkeit: Diversitätsbewusstsein in der Kulturellen Bildung“ des Qualitätsverbunds „Kultur macht stark“, diskutierte am 8. Dezember gemeinsam mit dem Kooperationspartner Türkische Gemeinde in Deutschland e. V., wie offen die Kulturelle Bildung wirklich für die vielfältigen Bedürfnisse und Interessen unterschiedlichster Zielgruppen ist.

Die Diversitätsfrage wurde dabei vor allem aus der Perspektive von Kindern und Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte diskutiert. Dass Kooperationen mit Migrantenorganisationen geprägt sein sollten vom Interesse am Anderen und nicht am Eigenen, machte Martin Gerlach, Bundesgeschäftsführer der Türkischen Gemeinde in Deutschland, in seinem Vortrag deutlich. Im Vordergrund sollte immer die Entwicklung der gemeinsamen Projektziele und -inhalte stehen.

Auch Prof. Dr. Haci-Halil Uslucan von der Universität Duisburg-Essen und Mitglied im Rat für Migration verwies darauf, dass die individuelle Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen mit Migrationsgeschichte im pädagogischen Kontext zu wenig in den Blick genommen wird und dadurch ihre Potentiale oftmals nicht erkannt werden.

Dass unterschiedliche ästhetische Erfahrungen und kulturelle Angebotsstrukturen in Herkunftsländern die kulturelle Teilhabe beeinflussen können, zeigten die Ergebnisse des Interkultur-Barometers, das die Direktorin der Akademie Remscheid Prof. Dr. Susanne Keuchel vorstellte. So konzipiert die Akademie Remscheid derzeit eine Weiterbildung „Diversitätsbewusste Kulturelle Bildung“ im Rahmen des BMBFFörderprogramms „Förderung von Entwicklungs- und Erprobungsvorhaben zur pädagogischen Weiterbildung von Kunst- und Kulturschaffenden“.

Die Frage nach der „Quote“ versus „Training“ als Voraussetzung für professionelles diversitätsbewusstes Handeln wurde am Nachmittag auch kontrovers aufgegriffen. Ebenso diskutiert wurden Möglichkeiten, wie man Exotisierung in der kulturellen Bildungspraxis wie auch eine einseitige Ausrichtung an einen angloamerikanisch-europäischen Kulturkanon vermeiden kann. Und wie sehen transkulturelle Bildungspraktiken aus?

In der Schlussdebatte stellte der Moderator Dr. Chadi Bahouth die Ausgangsfrage „Wie diversitätsbewusst ist die Kulturelle Bildung wirklich?“ in den Mittelpunkt. Der Präsident des Deutschen Kulturrates, Prof. Christian Höppner, betonte, dass die Angebote kultureller Bildung noch nicht die vielfältigen Potentiale unserer Gesellschaft widerspiegeln und forderte offensiveres kultur- und bildungspolitisches Engagement, vor allem auch in der Aus- und Weiterbildung.

Über den Qualitätsverbund „Kultur macht stark“
Der Qualitätsverbund „Kultur macht stark“ ist ein Verbundprojekt der Akademie Remscheid für Kulturelle Bildung und der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel. Er leistet die fachpädagogische Begleitung des bundesweiten Förderprogramms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“. Mit diesem Programm fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) außerschulische Angebote der Kulturellen Bildung für bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche. Der Qualitätsverbund gestaltet Workshops und Konferenzen zu fachlichen Themen und Fragestellungen und richtet sich an Fachkräfte und Multiplikatoren/-innen der Kulturellen Bildung und der Jugendarbeit.

Weitere Informationen: www.qualitaetsverbund-kultur-macht-stark.de

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