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Klingeln bei den Cranachs in der Gemäldegalerie

Das Alice – Museum für Kinder zu Gast in der Gemäldegalerie

19. September 2014


Was waren das für Künstler, die rund 5000 Bilder malten? Wie wirkten Sie als Ratsherren und Bürgermeister? Wie hatten sie mit einer Apotheke Erfolg und wurden reiche Männer? Und wie machten sie mit ihren Bildern Luther unsterblich?
Den Multitalenten Lucas Cranach dem Jüngere und seinem Vater widmet das Alice - Museum für Kinder des FEZ-Berlin im Vorfeld des 500. Geburtstages von Lucas Cranach dem Jüngeren (1515-1486) im Jahr 2015 eine Ausstellung für Kinder, Jugendliche, Schulklassen und Familien. Unweit der „echten“ Cranach-Werke in der Gemäldegalerie zu Berlin geht POP UP CRANACH neue Wege, um Kindern die Künstler, ihre Werke, die Welt und das Leben vor über 500 Jahren erlebbar zu machen. Die Mitmach-Ausstellung stellt dabei vielfältige Bezüge zur heutigen, bildmächtigen Medienwelt her.

Die Cranachs laden ihre Besucher auf einen Parcours in die Kulisse einer imaginären Stadt ein. Ausgewählte Bilder der beiden Künstler geraten dort in Bewegung, verwandeln sich in einzelne Teile, Schatten, Geräusche, Spiel- und Farbwelten. Jedes Detail wird zum Rätsel und freut sich auf kreative Antworten der Besucher, die in eine andere Welt eintauchen und eine Zeitreise ins 15. und 16. Jahrhundert, in die Zeit der Cranachs und die von Luther machen.
Die Ausstellung beantwortet viele Fragen: Woraus werden Farben hergestellt? Wie erkennt man eine Fälschung? Und was soll der Löwe im Zimmer des Kardinals Albrecht von Brandenburg? Welche Geschichten und Symbole verstecken sich in Cranachs Bildern? Ob im Schloss, im Labor oder auf dem Marktplatz - überall können sich die Kinder – aber auch erwachsene Besucher - mit der faszinierenden Welt der Cranachs aktiv auseinandersetzen. Wer in die Kostüme der Zeit schlüpft, wird sich schnell wie die „Kurfürsten von Sachsen“ aus Cranachs Gemälde fühlen und die Lutherbilder Cranachs vermitteln, wie eine Werbekampagne um 1500 ausgesehen haben könnte. Rollenspiele in Kostümen dieser Zeit versetzten die Besucher unter Anleitung eines Tanzmeisters ins höfische Leben und den Wittenberger Marktplatz erleben die Besucher als „Wimmelbild“ des Mittelalters, das sie mit Taschenlampen lebendig werden lassen können. Im Laubzelt schließlich können sie der Bildgeschichte von „Herkules und die Pygmäen“ lauschen und dabei entdecken, dass eigentlich jedes Bild eine Geschichte erzählt. Sogar eine echte Cranach-Fälschung können die Kunstdetektive entlarven und Spuren zu den echten Cranachs, wie dem „Jungbrunnen“ nebenan verfolgen.

Spielerisch und altersgerecht erleben die großen und kleinen Besucher Lucas Cranach den Jüngeren aus vielen verschiedenen Blickwinkeln und erfahren so, was es bedeutet, dem Künstler zu begegnen, der in Wittenberg eine der größten und produktivsten Kunstwerkstätten Europas leitete und in den Jahren der konfessionellen Auseinandersetzungen nach Luthers Tod mit seinen Bildern einen wichtigen Beitrag zur Verbreitung des neuen Glaubens leistete.

Die Cranachs waren eifrige Maler. Um produktiv sein zu können nutzten sie viele Schablonen. Für die Ausstellung POP UP CRANACH in der Gemäldegalerie wurden diese mit 3D-Effekten zusammengestellt und mit einer modernen Anmutung versehen. © chezweitz GmbH

Parallel zur Ausstellung in der Gemäldegalerie bietet HANDS ON CRANACH im Alice – Museum für Kinder im FEZ-Berlin die Möglichkeit zum Malen, Drucken und Experimentieren auf 400 Quadratmetern. Die Workshops finden im Alice-Atelier im FEZ-Berlin in der Wuhlheide statt. An den Wochenenden können Familien dort in zweistündigen Workshops wie die Cranachs mit zehn Berliner Künstlern kreativ werden. Das Cranach-Atelier soll im Laufe der Monate immer mehr wachsen. Am Ende von HANDS ON CRANACH – Arbeiten im Atelier wird es noch einmal spannend: Ein Kinderkuratorium wird eine eigene Ausstellung konzipieren. Das Cranach-Atelier wird gefördert von der PwC-Stiftung und Modulor.

Zur Vorbereitung von POP UP CRANACH fragte das Alice – Museum für Kinder im FEZ-Berlin genau diejenigen nach ihren Ideen zu den Cranachs, für die die Ausstellung gemacht wurde: Berliner Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 16 Jahren und führte das Schulprojekt KICK OFF CRANACH durch. Einige der Ergebnisse der Vorstudie, die durch den Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung gefördert wurde, werden in der Ausstellung zu sehen sein.

Im Anschluss an Berlin wird die Ausstellung in Wittenberg, der Wohn- und Wirkungsstätte des jüngeren Cranach, im Rahmen der Landesausstellung „Cranach der Jüngere 2015“ präsentiert. In den folgenden Jahren wird sie in Halle, Kronach, Wien, Graz und weiteren Städten gezeigt.

POP UP CRANACH
26. September 2014 bis 12. April 2015
Eine Ausstellung des Alice – Museum für Kinder im FEZ-Berlin und der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, in Kooperation mit den Staatlichen Museen zu Berlin. Sie steht unter der Schirmherrschaft von Kulturstaatsministerin Monika Grütters.

Eröffnung der Ausstellung: Donnerstag, 25. September 2014, 18 Uhr, Gemäldegalerie, Foyer

Mehr Informationen: http://www.pop-up-cranach.de

 

Klingeln bei den Cranachs in der Gemäldegalerie

Nach Lucas Cranach d. Ä., Kardinal Albrecht von Brandenburg als Hieronymus in der Studierstube, 1526. Mit freundlicher Genehmigung des The John and Mable Ringling Museum of Art, The State Art Museum of Florida, U.S.A. © Büro für Sinn und Unsinn

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