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Kurzinterviews im Rahmen der Offensive Kulturelle Bildung Berlin - Check Up 2016

19. Oktober 2016

Im Rahmen der Veranstaltung Offensive Kulturelle Bildung Berlin - Check Up 2016  hat die Kubinaut-Redaktion einige Teilnehmende zu folgenden Fragen interviewt: Was sind Ihre persönlichen Forderungen in Bezug auf Kulturelle Bildung? Was soll sich ändern?

Interviews: Justine Donner

Gabriele Sagasser (Initiative Museum und Schule):
Die Wertschätzung von Künstler*innen und Kultuschaffenden in dem Bereich der Kulturellen Bildung muss noch steigen sowie die Verbindung zwischen der Basis, also den Freischaffenden, und den Institutionen, der Leitungsebene, verbessert werden. Gerade die Kommunikation sollte sich bessern, nicht zwingend Hierarchien aufgelöst werden. Außerdem müsste man noch mehr die Akteur*innen im Bildungsbereich erreichen, da bislang die Kulturelle Bildung zu stark den Künsten zugeordnet wird.

Nils Erhard (JugendtheaterBüro Berlin):
Kulturelle Bildung ist zwar ein großer Möglichkeitsraum, gleichzeitig aber auch enorm begrenzt. Sie ist deutlich schlechter finanziert als der ebenfalls nicht ausreichend finanzierte Bereich der Kultur. Die Struktur der Projektförderung bedeutet sehr viel Arbeitsaufwand, sehr viel Kontrolle von Außen, sehr wenig Planungssicherheit sowie prekäre Arbeitsverhältnisse. Gleichzeitig ist es schwierig, nicht ausschließlich als Projekt kultureller Bildung wahrgenommen zu werden, sondern auch als künstlerisches, politisches Projekt. Meine Forderung wäre diese Grenzen in Frage zu stellen - in Bezug auf die Förderung und die damit verbundenen Freiheiten.

Markus Schega (Nürtingen-Grundschule):
Meine wichtigste Forderung ist, dass die Schulen mehr Autonomie bekommen. Wir haben eine sehr gute Bildungssenatorin. Es ist für Schulen noch nie so gut gewesen wie durch die Bonusprogramme etc. Es wäre aber auch gut, Lehrerstellen selbstbestimmt in Geld umwandeln zu können, wie in die Verstetigung von kulturellen Projekten.

Kerstin Wiehe (QuerKlang und k&k kultkom):
Das Projekt QuerKlang existiert bereits seit 2003 und sucht händeringend nach einer Verstetigung. Meine persönliche Forderung ist, ein gemeinsames und prozesshaftes Lernen in den Fokus zu stellen - weniger Projektorientierung, mehr Prozessorientierung. Die Politik muss selbst an diesen Prozessen teilnehmen.

Stefan Reusch (geräusch[mu'si:k]):
Wir haben uns mit dem Projekt geräusch[mu'si:k] als bildende Künstler gewidmet und uns somit in der Kulturellen Bildung professionalisiert. Dafür benötigt man aber auch eine gewisse Sicherheit. Es ist jedoch unglaublich anstrengend Kleinstanträge zu stellen. Stattdessen wird eine langfristige Perspektive benötigt, um auch Partnerschaften aufzubauen, z.b. mit Kitas.

Daniela Frommberg (geräusch[mu'si:k]):
Wir geben uns immer stets Mühe unsere Projekte zu dokumentieren. Dieser vorgegebene Dokumentationszwang ist sehr zeitaufwendig, aber es gibt keine Möglichkeiten diese Ergebnisse wirklich zu präsentieren – meistens landen die Ergebnisse in Archiven. Mehr Präsentationsmöglichkeiten müssten geschaffen werden.

Margitta Arndt (Erzieherin):
Ich bin fächerübergreifend zuständig für kulturelle Projekte in einer Grundschule. Meine Forderung ist, dass es eine*n Kulturbeauftragete*n an jeder Schule geben sollte, als Ansprechpartner*in für das Kollegium und die freien Künstler*innen, für die Organisation sowie Inhaltliches.

Vielen Dank an alle Befragten!

Hier geht's zur Zusammenfassung der Ergebnisse.

Kurzinterviews im Rahmen der Offensive Kulturelle Bildung Berlin - Check Up 2016
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