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Jugend Museum startet neue Projekte für geflüchtete Kinder und Jugendliche

10. Februar 2016


Viele Museen in Berlin heißen die über 60.000 Geflüchtete in der Stadt mit freiem Eintritt und Sonderprogrammen willkommen. Das Jugend Museum, das schon seit vielen Jahren in den geförderten Modellprojekten HEIMAT BERLIN und VILLA GLOBAL mit Kindern und Jugendlichen zum Thema Migration und Vielfalt forscht und gestalterisch arbeitet, ist mit neuen Projekten und Angeboten dabei, die auch für Erwachsene interessant sind.

Meine Nachbarschaft und ich.

Im Februar 2016 startet das Jugend Museum ein Projekt mit geflüchteten Kindern im Übergangswohnheim Marienfelde, das von der Telekom im Rahmen der Initiative „Ich kann was!“ ein Jahr lang gefördert wird. Mit kreativen Methoden aus der Spiel- und Theaterpädagogik erkunden die 9 bis 12-jährigen Kinder jeweils in den Schulferien ihr unmittelbares, derzeitiges Lebensumfeld in Marienfelde. In einem zweiten Schritt besuchen und erforschen sie die Ausstellung VILLA GLOBAL im Jugend Museum, die ihnen anhand von konkreten Lebensgeschichten einen Einblick in die Vielfalt des Zusammenlebens in unserer Stadt gibt. Gleichzeitig werden die Kinder ermuntert, ihre eigenen Geschichten zu erzählen und zu visualisieren. Am Ende steht ein Willkommens-Kit, erarbeitet von Kindern für Kinder, das eine erste Orientierung und Hilfe für den Alltag geben soll.

Projekte für Kinder aus Willkommensklassen

Im Rahmen des Berufsorientierungsprojektes „Ich weiß (noch) nicht, was ich will!“, welches das Jugend Museum mit Schüler*innen der Spreewald-Grundschule in Schöneberg seit 2014 durchführt, wurden bereits im Schuljahr 2015 auch die „Internationalen Klassen“ eingebunden. Weniger über Sprache als über die konkrete Beschäftigung mit Dingen – selbst mitgebrachten und Museumsobjekten – tauschten sich die Kinder hier spielerisch zum Thema „Arbeit“ und „Berufe“ aus und gestalteten eigene Szenen. Eine Pantomimin unterstützte die Aktionen mit ihren Ausdrucksformen und mimischen Darstellungen. In der Druckwerkstatt des Jugend Museums konnten die Kinder ihre vielfältigen Ergebnisse mit selbstgefertigten Linolschnitten visuell umsetzen. Das Projekt wird bis Ende 2017 fortgeführt. Die Aktivitäten werden filmisch begleitet und in Zwischenpräsentationen der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Projekt wird aus Mitteln des Quartiersmanagement/Soziale Stadt gefördert.

Führungen und Projekttage in der VILLA GLOBAL – THE NEXT GENERATION

„Woher kommen die Menschen, die heute in Berlin leben – und welche Geschichten erzählen sie?“ In der 2014 im Jugend Museum eröffneten Ausstellung VILLA GLOBAL – THE NEXT GENERATION gibt es 14 Räume, in denen Kinder, Jugendliche und Erwachsene die unterschiedlichsten Menschen kennenlernen können: vom Kleinkind bis zur Oma, vom Rapper bis zur Journalistin, vom Mädchen, das Mut zeigt, bis zum jungen Mann, der seinem Traum folgen will. Manche sind in Berlin geboren oder wohnen schon lange hier, andere erst seit kurzer Zeit. Sie alle haben ihre Zimmer selbst eingerichtet und sind auch in Videointerviews zu sehen. Die Besucher*innen sind eingeladen, sich in der VILLA GLOBAL umzuschauen und die Vielfalt der Menschen und ihre Gemeinsamkeiten in Berlin zu entdecken. Kinder und Jugendliche können nicht nur die Geschichten der "Bewohner*innen" erforschen, sondern mittels theaterpädagogischer Methoden auch ihre persönlichen Erfahrungen einbringen und eigene Haltungen und Meinungen reflektieren.
Die 2014 eröffnete Ausstellung wurde als Bundesmodellprojekt im Rahmen des Programms TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN gefördert. Die Ausstellung eignet sich auch für Erwachsene. Auf Anfrage werden Führungen, insbesondere auch mit Gruppen von Geflüchteten durchgeführt. Infos und Anmeldung unter Tel. 030- 90277 61 63 oder E-Mail.

Jugend Museum startet neue Projekte für geflüchtete Kinder und Jugendliche

Präsentation „Ich weiß (noch) nicht, was ich will!“, © Jugend Museum

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