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Interventionen 2016 - Begrüßungsvortrag von Bahareh Sharifi

Willkommen bei den Interventionen 2016. Mein Name ist Bahareh Sharifi und ich bin die Kuratorin der diesjährigen Tagung.

Bereits das zweite Jahr in Folge findet das Festival “Interventionen - Refugees in Arts and Education” als Projekt der Abteilung Kulturelle Bildung der Kulturprojekte Berlin statt. Die meisten kennen das wahrscheinlich. Projekte fangen oft an einer Stelle an und entwickeln sich zu etwas ganz anderem - so auch die inhaltliche Schwerpunktsetzung dieses Festivals. Die Interventionen zu veranstalten war ursprünglich eine Reaktion, um der sprunghaften Zunahme an Anträgen zur Projektentwicklung mit Geflüchteten im Fonds Kulturelle Bildung eine angemessene Plattform und Begegnungsstelle zu bieten. Dieses Jahr wollen sie einen Schritt weiter gehen und sich als klare Zäsur in diesem Feld positionieren.

Die Interventionen 2016 möchten den Blick auf die strukturelle Ungleichheit richten, von denen Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrungen betroffen sind. Die existierenden Ausschlüsse führten dazu, dass viele Menschen mit Migrationsbiographien in zahlreichen gesellschaftlichen Feldern, wie in etablierten Institutionen, kaum auftauchen und als Akteur*innen nicht wahrgenommen werden. Besonders im Kulturbereich, einem in vielerlei Hinsicht für die Gesellschaft identitätsstiftenden Ort, wird trotz langanhaltender Diskussion weiterhin zumeist an einer homogenen Personalpolitik und monokulturellen Programmgestaltung festgehalten. Gesellschaftliche Vielfalt taucht bisher thematisch vor allem in kulturpädagogischen Projekten auf. Und auch hier werden Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte im Sinne der Kulturellen Bildung meist als Empfänger*innen von Bildung betrachtet. Kulturelle Bildung wird als Medium für Lern- und Auseinandersetzungsprozesse für soziale Gruppen gedacht, die als “kulturfern” wahrgenommen werden.

Dabei verfügen gerade diese Gruppen über Erfahrungen und Einblicke, anhand derer die Mehrheitsgesellschaft viel über sich selbst lernen könnte. Menschen mit Migrations- und Rassismus-Erfahrung haben maßgeblich dazu beigetragen, ansonsten vernachlässigte aber höchst relevante Aspekte deutscher Geschichte und Gegenwart aufzuarbeiten (z.B deutsche Kolonial- und Migrationsgeschichte, NSU und aktuell die Asylgeschichte der letzten 40 Jahre). Diese Wissensarbeit geschieht viel zu häufig unter finanziell und gesellschaftlich prekären Bedingungen. Nicht nur für unterrepräsentierte Gruppen müssen demnach Zugänge geschaffen werden, sondern auch für ihre Themen, die für alle Menschen dieser Gesellschaft zentral und relevant verstanden werden sollten.

Doch die institutionellen Mühlen mahlen langsam, lassen Wandel nur langsam zu und vergessen oftmals, die jahrelange Vorarbeit und die Kämpfe der Selbstorganisationen als Quelle für Veränderung zu benennen. Daher bleiben Fragen rund um die Repräsentation gesellschaftlicher Diversität immer gekoppelt an die Möglichkeit von Selbstermächtigung.

Die Kulturelle Bildung hat hier eine Chance, eine Vorreiterrolle einzunehmen, den Kulturbereich diverser zu gestalten und damit ein realistischeres (Ab-)Bild der Gesellschaft zu fördern, in der wir bereits leben. Kulturelle Bildung hat das Potential, nachhaltige soziale Gerechtigkeit zu fördern,  Machtverhältnisse und Verteilung von Ressourcen zu thematisieren und vor allem Zugänge zu schaffen.

Die Interventionen 2016 möchten dazu anregen, ausgehend von den Forderungen von Selbstorganisationen und selbstorganisierten Intitiativen über Diskriminierungsabbau nachzudenken.Durch die Zusammenführung der Perspektiven von Geflüchteten- und migrantischen Selbstorganisationen, die oft schon jahrzehntelang existieren, möchten wir die historische Dimension aufzeigen, die strukturellen Ausschlüssen unterliegt. Kunst und Kultur kann nicht abgekoppelt von anderen gesellschaftlichen Feldern betrachtet werden. Erst Chancengleichheit im Bildungsbereich, auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt kann die Grundlage für eine gleichberechtigte künstlerische Entfaltung bieten.

Es gilt daher von den Selbstorganisationen zu lernen und sie als Urheber*innen wahrzunehmen und anzuerkennen. Dazu gehört die Bereitschaft zuzuhören und dazuzulernen, ohne Expertisen abzugreifen und sich Diskurse anzueignen oder sie zu  gar entpolitisieren. Erst wenn wir ein Verständnis dafür etabliert haben, kann eine gerechte Teilhabe aller ermöglicht werden.

Ich möchte mich beim Team bedanken:

Bei meinem Kollegen Moritz von Rappard, dem Projektleiter der Interventionen - für seine Offenheit und sein Vertrauen, konzeptionelle Änderungen vorzunehmen

Bei unserem Abteilungsleiter Arnold Bischinger, der uns durch seine fachspezifische Einschätzung dabei unterstützt hat, nicht den Gesamtüberblick zu verlieren

Unserer Beraterin Sandrine Micossé-Aikins, der neuen Geschäftsleitung des Fonds Kulturelle Bildung, die uns durch ihren Input geholfen hat, präzise Fragestellungen zu finden und passende Formate zu entwickeln

Für die Öffentlichkeitsarbeit Justine Donner, die uns von Anfang an bei der inhaltlichen Konzeption und Gestaltung unterstützt und bestärkt hat.

Caroline Froelich, die neben der Organisation der Kieztouren auch das Teilnehmer*innenmanagement gemeistert hat

Unsere Pressereferentin Agata Skowronek, die sich innerhalb kürzester Zeit in unsere improvisierten Abläufe eingearbeitet hat

Katja Zeidler für die Betreuung der Übersetzer*innen, Christine van Haaren, Hanna Belz, Sarah Schaaf und Clara von Schell für die Unterstützung der Koordinierung der beiden Festivaltage

Last but not least, unsere Produktionsleiterin Lisa Scheibner, die nicht nur für gefühlte 1000 Beteiligte trotz unterschiedlicher Verdienstmöglichkeiten immer eine Lösung gefunden hat, sondern auch maßgeblich an der Konzeption beteiligt war. 

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