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Dossier "Diversitätsorientierte Begleitung Berlin Mondiale" veröffentlicht

3. Januar 2018

Die Diversitätsorientierte Begleitung Berlin Mondiale ist eine ganzjährige Feldanalyse der kulturellen Bildung mit Asylsuchenden. Kulturelle Bildung wird als “Zugänge zu Kunst und Kultur schaffend” verstanden. Sie soll die Möglichkeit bieten, sich kreativ und künstlerisch mit Alltagserfahrungen auseinanderzusetzen. Der Kulturbetrieb ist jedoch nur bedingt offen für alle, und u.a. Kunstschaffende mit Flucht- oder Migrationsbiographien sehen sich mit alltäglichen und strukturellen Zugangsbarrieren konfrontiert. Vor allem auf Entscheidungsebene bleibt die etablierte Kulturlandschaft von einer mehrheitsgesellschaftlichen, bürgerlichen Perspektive von Menschen überwiegend ohne Rassismus- oder Asylerfahrungen geprägt.

In den letzten Jahren setzt sich zunehmend die Einsicht durch, dass kulturelle Bildung diskriminierungssensibler gestaltet werden muss. Aber was bedeutet dies konkret? Auf struktureller Ebene stellt sich dabei die Frage, welche Projekte gefördert werden, welche Ansätze verbreitet werden und wer letztlich davon profitiert.

Das Team der Diversitätsorientierten Begleitung Berlin Mondiale, selber aus der kulturellen Praxis kommend, führte eine Feldanalyse des Bereichs Kulturelle Bildung im Kontext Asyl durch. Dabei stand es im Austausch sowohl mit Akteur*innen der Berlin Mondiale (als einem der größten Akteure im Feld, die Kooperationen zwischen Kulturinstitutionen und Asylunterkünften initiieren) als auch anderen Akteur*innen der Kulturellen Bildung im Kontext von Asyl, darunter selbstorganisierte Projekte, Aktivist*innen, Theater- und Kulturinstitutionen. Die Arbeit von Diversitätsorientierte Begleitung Berlin Mondiale war prozesshaft, sie entwickelte sich in der Durchführung. Aus Beobachtungen wurden Leitfragen generiert und von diesen ausgehend wird die Beobachtung fortgesetzt. Auf öffentlichen Veranstaltungen lud das Team zum Austausch und der Diskussion mit den Akteur*innen und zur Vernetzung ein.

Im Projekt nahm das Team bestehend aus Marwa Al-Radwany, Caroline Froelich, Katharine Kolmans, Laura Paetau, Julia Wissert die Rolle von “Critical Friends” (deutsch: Kritische Freund*innen) ein. Eine oft zitierte Definition beschreibt einen Critical Friend als „eine [...] Person, die provokante Fragen stellt, Daten erhebt, die durch eine andere Linse betrachtet werden, und als Freund*in Kritik an der Arbeit einer Person anbringt. Ein Critical Friend nimmt sich die Zeit, den Kontext der vorliegenden Arbeit sowie die Ziele, auf welche die Person oder Gruppe hinarbeitet, allumfassend zu verstehen. Der/Die Freund*in ist ein*e Befürworter*in des Erfolgs dieser Arbeit” (Costa /Kallick 1993: 50, Übersetzung: KK). Die Critical Friends standen den Akteur*innen der Kulturellen Bildung im Kontext Asyl, sowie dem Gelingen ihrer Arbeit wohlwollend und befürwortend gegenüber.

Die Diversitätsorientierte Begleitung Berlin Mondiale möchte das aus der kritischen Begleitung des Feldes entstandene Wissen einer größeren Öffentlichkeit zur Verfügung stellen, damit zum Nachdenken und kritischen Diskutieren anregen und Kriterien für eine nachhaltige und diskriminierungskritische Arbeit im Feld kultureller Bildung im Kontext Asyl entwickeln.

Zum Ende des Jahres 2017 erschienen die Beiträge gebündelt und gemeinsam mit einem Fazit in einem zusammenhängenden Online-Dossier sowie als eigenständiges Magazinthema auf Kubinaut mit den einzelnen Dossier-Beiträgen.

Gefördert aus Mitteln der Senatsverwaltung für  Kultur und Europa im Rahmen des Masterplans  für Integration und Sicherheit des Landes  Berlin.

Dossier "Diversitätsorientierte Begleitung Berlin Mondiale" veröffentlicht
Marike Bode
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