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Weltbildungsbericht „Migration, Flucht und Bildung: Brücken bauen statt Mauern“

Unter dem Titel „Migration, Flucht und Bildung: Brücken bauen statt Mauern“ befasst sich der UNESCO-Weltbildungsbericht 2019 mit den Wechselwirkungen und Zusammenhängen von Migration, Flucht und Bildung. Das Autorenteam untersucht, inwiefern Geflüchtete und Migrant*innen Zugang zu inklusiver, chancengerechter und hochwertiger Bildung haben und welche Bedeutung dies hat – sowohl für sie selbst als auch für die Gemeinschaften, die sie aufnehmen.

Der Anteil der Schüler*innen mit Migrationshintergrund in Ländern mit hohem Einkommen ist zwischen 2005 und 2017 von 15 Prozent auf 18 Prozent gestiegen. Trotzdem werden sie in der Bildung noch immer benachteiligt.

Das Autor*innenteam sieht jedoch auch Verbesserungsbedarf bei der Chancengerechtigkeit im deutschen Bildungssystem, zum Beispiel beim gemeinsamen Lernen. Aus dem Weltbildungsbericht geht hervor, dass 30 Prozent der unbegleiteten Minderjährigen unter 16 Jahren in Deutschland in Sonderprogrammen außerhalb von Regelschulklassen untergebracht wurden. Fast 85 Prozent der über 16-jährigen unbegleiteten Minderjährigen besuchten Sonderklassen.

Manos Antoninis, Direktor des Weltbildungsberichts, erklärt: „Separierende Maßnahmen in Ländern mit hohem Einkommen von Frankreich bis Österreich und Deutschland verstärken die Benachteiligung von Einwanderern und Flüchtlingen weiter. Es hat keinen Vorteil, Einwanderer oder Flüchtlinge unterschiedlich zu behandeln. Deutschland ist stark in vielen anderen Bereichen. Das gemeinsame Lernen aller muss die nächste Aufgabe sein, der sich das Land stellt.“

Aus diesem Grund fordert das Autor*innenteam des UNESCO-Weltbildungsberichts Folgendes:

  • den Schutz des Rechts auf Bildung von Migrant*innen und Geflüchteten zu gewährleisten
  • die Einbindung von Migrant*innen und Geflüchteten in nationale Bildungssysteme zu sichern
  • die Bildungsbedürfnisse von Migrant*innen und Geflüchteten zu erfassen und in die Planung einzubeziehen
  • die Geschichte von Migration und Flucht im Unterricht richtig darzustellen, um Vorurteile zu hinterfragen
  • Lehrkräfte von Migrant*innen und Geflüchteten auf Vielfalt vorzubereiten
  • das Potenzial von Migrant*innen und Geflüchteten zu nutzen
  • Bildung von Migrant*innen und Geflüchteten in der humanitären und Entwicklungshilfe zu unterstützen
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