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Neue Studie zur Einkommensungleichheit und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen

6. August 2019

Kinder und Jugendliche und deren Familien sind überdurchschnittlich von Armut betroffen. Zudem zeigt der Blick auf die Gruppe der Armen: Mehr als jede*r fünfte Arme ist minderjährig. Der Paritätische Gesamtverband belegt in seiner neuen Studie "Verschlossene Türen. Eine Untersuchung zu Einkommensungleichheit und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen" die wachsende soziale Ungleichheit in Deutschland und stellt Forderungen auf.

Wie wirkt sich die soziale Ungleichheit auf Kinder aus?
In der Untersuchung wird folgenden Fragen nachgegangen: Wie sieht es mit den Konsummöglichkeiten der Familien aus? Steht ausreichend Geld zur Verfügung? Wie viel Geld geben Eltern für ihre Kinder aus? Welche Unterschiede zeigen sich im Vergleich der verschiedenen Familientypen? Welche Entwicklung zeigt sich über die Zeit? Im Zentrum der Auswertung steht die soziale Ungleichheit: Wie viel Geld geben die ärmsten Familien für ihre Kinder aus? Für welche Zwecke? Wie groß ist der Abstand bei diesen Ausgaben zum gesellschaftlichen Durchschnitt? Und: Wie weit ist der Abstand zu den Ausgaben für die Kinder der reichsten Familien? Wie hat sich das Verhältnis von „unten“ und „oben“ über die Zeit entwickelt? Und schließlich: Welche Auswirkungen hat die soziale Ungleichheit für die Teilhabe der Kinder? Inwieweit sind unter den analysierten Bedingungen gleiche Entwicklungschancen für alle Kinder gegeben?

Während die durchschnittlichen Ausgaben für ein Kind bei rund 600 Euro liegen, konnten sich die ärmsten zehn Prozent der Paarhaushalte mit einem Kind nur 364 Euro für ihr Kind leisten. Die reichsten zehn Prozent der Familien gaben im Schnitt 1.200 Euro im Monat für ihr Kind aus. Insgesamt konnten die ärmsten Paarhaushalte mit einem Kind gerade einmal 44 Euro pro Monat für Freizeit, Unterhaltung und Kultur sowie außerhäusliche Verpflegung ihres Kindes ausgeben und damit – preisbereinigt – fast 30 Prozent weniger als zehn Jahre zuvor.

Was ist zu tun?
Der Verband fordert daher, dass Politiken für ein besseres und gleichberechtigtes Aufwachsen von Kindern in eine grundlegende Politik des sozialen Ausgleichs eingebettet sein müssen. In dem Armutsbericht 2018 hat der Paritätische bereits generelle politische Maßnahmen skizziert, um soziale Ungleichheit einzudämmen. Diese reichen von einer Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums durch eine entsprechende Steuerpolitik über Maßnahmen zur Förderung von guter Arbeit bis hin zu einem Ausbau der sozialen Sicherungssysteme und Dienstleistungen.  Zudem müsse der Kinderlastenausgleich in Deutschland umgestellt werden: Kinderbezogene Transferleistungen seien so auszugestalten, dass diejenigen, die am meisten Unterstützung brauchen, auch am meisten bekommen, und umgekehrt.

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