Täglich begegnen sich Kulturtätige und Kulturinteressierte an verschiedenen Orten, in unterschiedlichen Rollen und Kontexten. Diese Begegnungen bieten viele Möglichkeiten, neue Erfahrungen zu machen. Wir treffen uns für einen kreativen Austausch, um gemeinsam Konzerte oder andere Kulturveranstaltungen zu genießen, besuchen Workshops im Kolleg*innenkreis, nehmen an Meetings teil oder führen angeregte Diskussionen in Arbeitsgruppen, um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Selbst wenn uns die Umgebung und die Menschen fremd sind, können diese Begegnungen uns Freude bereiten, unsere Perspektiven erweitern und uns helfen, uns weiterzuentwickeln. Doch es können auch Ängste und Unsicherheiten auftreten — besonders, wenn wir bei ähnlichen Veranstaltungen bereits negative Erfahrungen gemacht haben. Sexualisierte Übergriffe in Clubs, rassistische oder ableistische Diskriminierung im Theater und queerfeindliche Witze bei Konferenzen sind nur einige Beispiele für diskriminierende, gewaltvolle und traumatische Situationen, denen Menschen im Kulturbetrieb ausgesetzt sein können. Im Veranstaltungsbereich wird deswegen mit dem Begriff „Awareness“ (auf Deutsch Bewusstsein oder Achtsamkeit) gearbeitet und es werden Awareness-Konzepte entwickelt, um Grenzüberschreitungen und Diskriminierung zu verhindern und möglichst sichere und angenehme Veranstaltungen zu ermöglichen.
Diversity Arts Culture möchte mit der Veröffentlichung „Awareness im Kulturbereich“ - Wegweiser für achtsame Veranstaltungen das Konzept der Awareness als umfassendes Thema für Organisationen und Veranstalter*innen einführen. Ziel ist es, dazu zu ermutigen, Awareness in verschiedenen Arbeitskontexten zu berücksichtigen, in den Arbeitsalltag zu integrieren und langfristig Schutz- und Präventionsstrukturen aufzubauen. Mithilfe von Empfehlungen und konkreten Beispielen wird aufgezeigt, wie Antidiskriminierungsarbeit verstärkt und Barrieren innerhalb von Organisationen abgebaut werden können. Diese strukturellen Veränderungen in einzelnen Organisationen, Verbänden und bei Veranstaltungen können dazu beitragen, die Teilhabe und Zugänglichkeit für marginalisierte Personen zu verbessern — und Diskriminierungserfahrungen zu verhindern.