Das Bundesförderprogramm „Kultur macht stark“ muss über 2027 hinaus fortgeführt werden. Dafür macht sich die Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (LKJ) Berlin stark und fordert eine rechtzeitige politische Entscheidung zur Sicherung des Programms ab 2028.
Seit 2013 fördert „Kultur macht stark“ kulturelle Bildungsangebote mit Kindern und Jugendlichen, die in min. einer Risikolage lt. Bildungsbericht aufwachsen. In Berlin ist diese Ausgangslage besonders relevant: 2025 lebten 22,3 % der Kinder und Jugendlichen in Haushalten mit SGB-II-Bezug – deutlich über dem Bundesdurchschnitt von rund 12 %. Vor diesem Hintergrund erreicht „Kultur macht stark“ hier seit Jahren viele Kinder und Jugendliche.
In einer aktuellen Übersicht wertet die LKJ Berlin zentrale Befunde aus dem Abschlussbericht der 2. Förderphase (2017-2022) sowie der Zwischenevaluation der 3. Förderphase (2023-2027) (Datenstand 31.12.2024) des Bundesprogramms aus. Die darin enthaltenen Berliner Ergebnisse geben einen Überblick über Reichweite und Bedeutung des Programms für die Hauptstadt: Seit 2018 wurden in Berlin rund 3.800 Projekte umgesetzt – mehr als 11 % aller bundesweit geförderten Vorhaben. In der zweiten Förderphase flossen jährlich etwa 5 Millionen Euro nach Berlin, rund 14 % der Gesamtfördermittel. Auch bei der Zielgruppenerreichung liegt Berlin deutlich über dem Schnitt: Zwischen 2018 und 2024 wurden rechnerisch 428 von 1.000 Kindern und Jugendlichen in Risikolagen erreicht; bundesweit lag dieser Wert bei 196. (Übersicht als Download)
Mit jährlich mehreren Millionen Euro Bundesmitteln wurden in Berlin tragfähige Netzwerke zwischen Kultur-, Bildungs- und Jugendakteur*innen aufgebaut. Diese Strukturen sind zentrale Bausteine für sozialen Zusammenhalt und kulturelle Teilhabe.
Die aktuelle Förderphase endet Ende 2027. Zwar ist „Kultur macht stark“ im Koalitionsvertrag der Bundesregierung verankert, eine konkrete Entscheidung zur Fortführung und möglichen Ausgestaltung nach 2027 steht jedoch bislang aus. Für eine lückenlose Weiterführung ab 2028 müssten entsprechende politische und haushalterische Weichen rechtzeitig gestellt werden.
Die LKJ Berlin appelliert daher an die Bundespolitik, die Finanzierung lückenlos fortzuführen und das Programm langfristig abzusichern. „Kultur macht stark“ sei eine unverzichtbare Investition in die Zukunft junger Menschen und in eine gerechtere Gesellschaft.
Quelle: https://lkj-berlin.de/kultur-macht-stark-fortfuehren