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Vor Sonnenaufgang

Schlesien, Ende des 19. Jahrhunderts: Durch den Verkauf ihrer Ländereien an die Kohleindustrie sind die Bauern zu Wohlstand gekommen. Alfred Loth kommt nach Schlesien um die Verhältnisse der Bergarbeiter zu studieren. Unverhofft trifft er auf alte Weggefährten seiner Studienzeit, die von der dortigen Situation profitieren. Sie eint eine kriminell-revolutionäre Vergangenheit, seine ehemaligen Kameraden jedoch haben sich gegen die Ideale der Jugend entschieden. Der Sozialdarwinist Loth verliebt sich in eine Frau, die aus einer inzestuösen Alkoholikerfamilie stammt.
Mit seinen stillgelegten Küchentrakten und verwaisten Speisesälen in rustikalem Interieur bietet das ehemalige Casino den idealen Assoziationsraum für aufBruchs inszenatorischen Ansatz von Hauptmanns sozialem Drama: Dass der Wille eine ideale Ordnung zu schaffen, den Menschen zerstören kann.
Das Außenensemble von aufBruch, das in dieser Inszenierung agiert, besteht aktuell aus 22 ehemaligen Inhaftierten, Freigängern sowie Berliner SchauspielerInnen und BürgerInnen, deren Wurzeln sich in Palästina, der Türkei, dem Libanon, Portugal, Russland, Polen, Paraguay, dem Sudan oder Deutschland befinden. Die heterogene Ensemblezusammensetzung impliziert eine vielschichtige Vermischung aus persönlichen Biographien und kulturellen Hintergründen aller Lebensbereiche unserer modernen Gesellschaft. Diese fließen in die kreative Arbeit und theatrale Ästhetik ein und bestimmen aufBruchs inszenatorische Aussage. Jenseits der sorgfältig kategorisierten Theaterlandschaft öffnet sich hier Theater allen: Migranten wie Postmigranten, Amateuren wie Profis, Ex-Gefangenen wie freien Bürgern.
Es spielt ein gemischtes Ensemble aus Ex-Inhaftierten und Freigängern Berliner Vollzugs-anstalten sowie Schauspielern und Berliner Bürgern

Regie Peter Atanassow Dramaturgie Anna Galt Bühne Holger Syrbe Kostüm Thomas Schuster Choreographie Ronni Maciel Musikal. Einstudierung Vsevolod Silkin Produktionsleitung Sibylle Arndt und weitere


Sonstiges

Pressestimmen:
„Es führt als Parcourstheater durch alle Räume des alten Flughafen Tempelhof bis in die gekachelte Küche des ehemaligen Casinos. Chorisch sprechend wird im Rhythmus sich wiederholender Gesten und Szenen ein unheimlicher Kreislauf fremdbestimmten Seins aufgezeigt. Stark, dieses Raumtheater, dieses Ensemble.“
zitty Berlin

„Einmal mehr darf gesagt werden, dass Atanassows Kollektivkultur zu den einprägsamsten Chorerlebnissen im deutschsprachigen Theater zählt. Hier par excellence zu erleben. […] Atanassows Theater ist forcierte Grundschnelligkeit. Es jagt. Es treibt. Es atmet laut, hat festen Tritt. Überraschung durch Arrangements. Zeichen statt Psychologie. Großartig,w ie ausgerechnet in der so abweisend leeren, toten Küche des Casinos Loth und Helene einander ihre Liebe gestehen […]."
neues deutschland

„Es sind nicht nur die Eigenarten des Ortes und die Zusammensetzung des Ensembles, die den Abend zu einem Spezifikum machen. Besonders erwähnenswert ist auch der Einsatz der Chorarten (Kommentar- und szenischer Chor). “
Theater der Zeit

„Das Ganze ist so kraftvoll gespielt, wie man es vom »Aufbruch«-Ensemble gewohnt ist, mit sehr guter Ausformung der Figuren bis in die Nebenfiguren hinein. Die Energie, die die Gruppe und jeder einzelne auf die Bühne bringt, hat etwas Existentielles. Es geht um Eigenes, selbst Erlebtes.“
junge Welt

„[…] Der Chor entfaltet auch eine ästhetische Kraft. Hier sprechen keine fein modulierenden Individuen, hier wird lautstark und rhythmisch rezitiert. Wie unter einem Vergrößerungsglas wirkt der Text dadurch. […] Es ist in dieser Stadt ziemlich viel von postmigrantischem Theater die Rede, und man könnte sagen, dass „aufBruch“ eine Spielart davon ist.“
Berliner Zeitung

„Regisseur Peter Atanassow besetzt einige Rollen mit mehreren Spielern, um ihnen möglichst viele Einsatzmöglichkeiten zu bieten. Die Not wird zur Tugend, die Mehrfachbesetzung zum funktionierenden Stilmittel. [...] Die verschiedenen Typen bereichern, das Seltsame des Stückes potenziert sich durch das Seltsame der Inszenierung. Bedrückend nah kommt einem das Thema, kommen einem die Menschen.“
Märkische Oderzeitung

„Im chorischen Auftritt und Vortrag entstehen dem Zuschauer kraftvolle und zugleich irritierende Charaktertableaus von verstörender Intensität. Handelt es sich doch um sehr sperrige, widerspenstige Chorauftritte die in ihrer Rauheit beeindrucken.“
Infothek 88vier

Vor Sonnenaufgang
Adresse

ehemaliges Casino im Flughafengebäude Tempelhof
Platz der Luftbrücke
12102 Berlin

Webseite
www.gefaengnistheater.de

Kontakt
aufBruch KUNST GEFÄNGNIS STADT
Telefon
(030)44049700
Fax
(030)441 76 39

Laufzeit

26. Nov 2014 - 14. Dez 2014

Vorstellungen: 26.-30.11., 03. - 07.12. und 10. - 14.12. jeweils um 19.30 Uhr


Kooperationspartner

Tempelhof Projekt GmbH, JSA Berlin, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, zitty Berlin


Förderer

Projektfonds kulturelle Bildung, Regierender Bürgermeister von Berlin - Senatskanzlei - Kulturelle Angelegenheiten, Fonds Darstellende Künste - Dreijährige Konzeptionsförderung aus Mitteln des Bundes


Institution

aufBruch KUNST GEFÄNGNIS STADT


Details
Alter
17 - 60
Kosten

Kostenlos

Teilnehmerzahl
22
Barrierefrei
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