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Robert Behrendt, Berliner jugendFORUM

"Die Jugendlichen sollen selbst entscheiden können, welche ihrer Projekte unterstützt werden!"

Redaktion Kubinaut: Welchen Einfluss als junges politisches Forum wünscht Ihr Euch?

Robert Behrendt: Natürlich ist der wichtigste Anlass für junge Menschen, auf das Berliner jugendFORUM am 30. November ins Abgeordnetenhaus zu kommen, dass sie etwas bewegen wollen. Sie wollen auf das Leben und die Politik in Berlin Einfluss nehmen, indem sie ihre Sicht der Dinge den Abgeordneten klar machen, indem sie sich für ihre Interessen einsetzen: Das Berliner jugendFORUM der Stiftung wannseeFORUM will die Jugendlichen stärken, das war von Anfang an sein Ziel. Dafür ist es aber vor allem wichtig, dass die Politiker_innen in Berlin bereit sind, echte Verabredungen mit Jugendinitiativen oder jungen Projekten einzugehen. Denn bisher hilft nur der persönliche Einsatz der Politiker_innen den Jugendlichen dabei, ihre Interessen durchzusetzen. Viele Jugendliche dürfen noch nicht wählen und das Berliner jugendFORUM selbst hat kein Mandat, es ist kein Entscheidungsgremium.

Bei welchen Entscheidungen, besonders in der Kulturpolitik, möchtet Ihr mitreden und welche Prozesse mitgestalten?

Die Jugendlichen sollen selbst entscheiden können, welche ihrer Projekte unterstützt werden! Und wenn diese Projekte laufen, dann muss es eine Möglichkeit geben, dieses Engagement auf sichere Beine zu stellen. Bisher ist es so, dass junge Initiativen wie z. B. YoungVoice/TGD oder das Jugendtheaterbüro Berlin seit Jahren tolle Arbeit machen, aber keine Strukturförderung bekommen, d. h. sichere Mittel, mit denen sie sich mal einen Raum mieten oder wenigstens eine halbe Stelle einrichten können, die den Papierkram erledigt. Viele der Initiativen finanzieren sich nur über Projekte, was ein riesiger Aufwand ist und nach einem Jahr schon ganz anders aussehen kann.

Wo habt ihr Erfolge und Niederlagen zu verzeichnen?

Nun, ein großer Erfolg ist sicher, dass es das Berliner jugendFORUM immer noch gibt, denn wir müssen selber jedes Jahr hoffen, dass unser Projektantrag bewilligt wird. Auch, dass es jedes Jahr wieder klappt, Jugendliche und Politiker_innen aus Berlin an einen Tisch zu bringen. Hier würden wir uns allerdings von den Politiker_innen noch etwas mehr Beteiligung wünschen, d. h. mehr Politiker_innen, die aber auch länger auf dem jugendFORUM präsent sind und es nicht nur als Termin abhaken. Aber am Ende zählen auch die kleinen Erfolge wie ein autofreier Sonntag, die Mobilisierung von Jugendlichen für den Erhalt von Skateparks oder Kultureinrichtungen, wo sich junge Menschen echt einbringen können.

Was ist Eure Vision für die Zukunft?

Wir glauben, dass es politisch aktive junge Menschen aus Berlin sind, die garantieren können, dass es so etwas wie eine wirkliche Zukunft geben wird. Ich meine eine Zukunft, in der es verschiedene Möglichkeiten gibt, sein Leben zu gestalten, dass wir dann eine echte Wahl haben, dass wir Berlin so mitgestalten können, dass es auch in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren eine Stadt ist, die brummt und knistert, wo sich was tut und wo neue Wege gegangen werden!

Robert Behrendt arbeitet seit 2 Jahren in der Stiftung wannseeFORUM als Koordinator des Berliner jugendFORUMs. Er lebt in Berlin, hat hier Philosophie und Germanistik studiert und arbeitet seit 5 Jahren als freier Philosoph, Redakteur und Autor.

Das diesjährige 13. Berliner jugendFORUM findet am 30. November im Berliner Abgeordnetenhaus von 10:00 – 17:00 Uhr statt. Weitere Informationen: www.berliner-jugendforum.de

13. Berliner jugendFORUM am 30. November 2013
13. Berliner jugendFORUM am 30. November 2013
"Die Jugendlichen sollen selbst entscheiden können, welche ihrer Projekte unterstützt werden!"

Robert Behrendt arbeitet seit 2 Jahren in der Stiftung wannseeFORUM als Koordinator des Berliner jugendFORUMs.

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