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Johannes Berger, Poetry Slam Meister 2014

Die Schlacht der Sprachgewalten ist beigelegt und Johannes Berger steigt als neuer U20-Meister des deutschsprachigen Poetry Slam in den Olymp der Jungpoeten auf. Von seinem Talent ist nicht nur das deutschsprachige Publikum überzeugt: nach seinem Sieg am Samstag ging es für Johannes ins Reich der Mitte, wo er die nächsten drei Wochen Slam-Workshops gibt. Wir gratulieren und freuen uns, dass er zwischen Hannover, Berlin und Taipeh die Zeit für ein Interview gefunden hat.

Interview: Frauke Schild

Foto: Sven Dressler
Foto: Sven Dressler

Redaktion Kubinaut: Wie verliefen die Meisterschaften für Dich? War es ein Kinderspiel oder welche Mitstreiter haben Dir am meisten Respekt eingeflößt?

Johannes Berger: Die Meisterschaft war nervenaufreibend für mich: Ich war immer in sehr starken Runden und war jedes Mal überglücklich weiter zu sein. In der Vorrunde bin ich z.B. auch nur sehr knapp weitergekommen. Tolle Mitstreiter gab es sehr viele, u.a. Samuel Kramer, Dominik Erhard und Zoe Hagen, um ein paar Namen aus dem Finale zu nennen, aber auch beispielsweise Elias Hirschl, Philipp Potthast und Max Gebhard, die leider schon früher rausgeflogen sind.

Wie bist Du zum Poetry Slam gekommen? Was begeistert Dich daran?

In der achten Klasse habe ich an meiner Schule einen Workshop besucht. Seitdem kenne ich das Format. 2012 bin ich jedoch erst richtig mit Poetry Slam in Kontakt gekommen. Ich habe damals schon gerappt und eine Freundin von mir ist in der Schauburg in München bei einem U20 Slam aufgetreten. Nach ihrem Auftritt habe ich dann ziemlich große Töne gespuckt, dass ich das auch locker könnte und sie hat mich beim nächsten Mal gezwungen mitzumachen. Das ist dann zum Glück gut gegangen. Ich liebe es einfach auf der Bühne zu stehen, die Menschen zu unterhalten und im besten Falle auch noch zu erreichen. Die Aufmerksamkeit, die einem entgegengebracht wird, pusht einen natürlich zusätzlich. Zudem gibt es kein Format, wo man so schnell und so einfach viele Auftritte absolvieren, tolle Menschen kennenlernen und seine Vorstellungen und Ideen verbreiten kann.

Welche Autoren oder Performer haben Dich inspiriert?

Slam Poeten, die mich inspirieren und beeinflussen, sind z.B. Kaleb Erdmann, Andivalent, Florian Cieslik, Bumillo oder aber auch Tobias Gralke, Thomas Spitzer und Nikita Gorbunov. Wie sehr diese aber meine Texte oder mein Auftreten beeinflussen, kann ich nicht beurteilen.

Welchen Themen widmest Du Dich hauptsächlich in Deinen Texten?

Bei den Meisterschaften bin ich mit drei Texten über meine Familie angetreten: Mutter-, Vater- und Brüdertext. Wie man sieht: Ich bin ein sehr kreativer Kopf. Normalerweise schreibe ich aber über Gott und die Welt. Über was genau, lässt sich nicht so pauschal sagen.

In welchen Situationen kannst Du am kreativsten arbeiten?

Anfang August war ich eine Woche mit meiner Rap-Crew „Natürlich Blond“ an der Nordsee im Schreiburlaub. So kreativ und produktiv habe ich bis dato noch nie gearbeitet. Ansonsten kommt das phasenweise. Es gibt ganze Monate, in denen man nichts auf die Reihe kriegt, und dann plötzlich Tage, an denen man drei Textideen fertig schreibt. Kreatives Arbeiten ist aber auch eine Sache der Übung. Je länger man schreibt, umso weniger muss man sich mit Schreibblockaden rumschlagen.

Wenn Du an Deinen ersten Auftritt in 2012 zurückdenkst - was hat sich seitdem für Dich verändert?

Poetry Slam hat mich motiviert weiter zu schreiben und besonders auch an eigenen Texten zu arbeiten. Dazu kommt noch, dass ich sehr viel vom deutschsprachigen Raum gesehen habe und Menschen kennengelernt habe, die zum Teil wirklich gute Freunde geworden sind. Nicht zu vergessen die ganzen tollen Auftritte – sei es vor zwanzig oder tausend Personen – und die China-Reise, auf der ich gerade bin.

Wie reagierst Du auf Dein Publikum? Gibt es literarische Formate, die beim Slam besser ankommen als andere?

Ich versuche viel mit dem Publikum zu agieren, die Stimmung zu erkennen und dann damit zu arbeiten. Ob ein ernster oder lustiger Text besser ankommt, hängt vom Publikum und der Dynamik des Abends ab. Solange man aber das, was man macht, gut macht, wird man auf Dauer Erfolg haben.

Wie geht es jetzt für Dich weiter und wo kann man Dich als nächstes slammen sehen?

Gleich am Sonntag bin ich nach Taiwan geflogen, wo ich jetzt drei Wochen mit Thomas Spitzer Workshops gebe und auch auftrete. Ende Oktober sind dann die deutschsprachigen Meisterschaften in Dresden. Ansonsten kann ich noch nicht großartig sagen, was auf mich zukommt.

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