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„Die Leute sollten Teil des Projektes sein, keine Mittel“

Ein Gespräch mit einer Künstler*in und Workshopleiter*in

Du bist Textilkünstlerin. Diesen Sommer wirst du einen zweiten künstlerischen Workshop geben. Wie wird der Workshop aussehen?
Ich würde nicht sagen, dass mein Beruf „Künstlerin“ ist, weil ich mich immer noch weiterentwickle. Noch immer stelle ich mir die Frage, ob ich wirklich Künstlerin werden möchte oder nicht. Momentan arbeite ich mit Textilkunst. Hauptsächlich mache ich Patchwork, aber auch Installationen, unter anderem Videoinstallationen. In Syrien habe ich Bildhauerei studiert.

Worum geht es in deinem nächsten Workshop?
Wir haben zuletzt einen sechsmonatigen Workshop mit Frauen gemacht. Ich habe tatsächlich versucht, auch Männer einzuladen, aber keiner von ihnen ist gekommen. Wir arbeiteten mit Patchwork- und Textiltechniken und Stempeln. Mit diesem Patching haben wir ein großes Kunstwerk geschaffen. Das Ziel des Workshops war es, die Techniken zu erlernen und am Ende das Kunstwerk zu präsentieren.

Wie hast du die Teilnehmerinnen gefunden?
Ich habe ganz einfach Leute gefragt. Viele meiner Freund*innen aus Syrien kennen hier Leute. Wir treffen uns auch außerhalb dieser Workshops und versuchen, andere Dinge außerhalb des Workshops oder des professionellen Kontexts zusammen zu unternehmen. Freund*innen von Freund*innen erzählten sich gegenseitig über den Workshop. Ich habe ihn außerdem in verschiedenen Facebook-Gruppen geteilt, in denen vor allem Syrer*innen sind. Es gibt diverse Gruppen für Syrer*innen, die in Deutschland leben. Aber der beste Weg ist, mit Menschen zu sprechen. Auf Menschen persönlich zuzugehen und ihnen zu erklären, worum es bei dem Projekt geht, funktioniert am besten. Diese Beziehung zu den Menschen ist der wichtigste Teil. Ein offener Aufruf funktioniert nicht. Zumindest nicht für uns.

Was war deine Rolle im Workshop?
Es war nicht unbedingt die Rolle der Lehrenden. Der Workshop bestand hauptsächlich darin, Textilien zu benutzen und verschiedene Techniken, die man* bei der Herstellung mit Textilien benutzt, anzuwenden. Es ist nicht wirklich zielführend, ohne jedes Wissen über das Material etwas damit zu tun. Ich bin ständig auf der Suche nach neuen Techniken, alten Ansätzen und Wegen, Stickereien zu machen. Dabei denke ich auch immer an die traditionelle Kunst, die ich in Syrien nie praktiziert habe. Nur meine Mutter und meine Großmutter haben diese Techniken beherrscht. Ich habe mich auch damit beschäftigt, wie die Textilkunst in Europa funktioniert. In der Werkstatt habe ich versucht, diese Ideen auch den Frauen zu vermitteln. Dafür habe ich Textilien aus der ganzen Welt mitgebracht: Afrika, Indien, Syrien. Eine Mischung aus Material und Hintergrund brachte mich dazu, mehr und Verschiedenes mitzubringen, beispielsweise Ornamentstempel. Dabei haben wir nicht immer auf traditionelle Art und Weise gearbeitet, sondern auch auf unsere eigene, eine neue Art und Weise. Die meisten Frauen, die am letzten Workshop teilgenommen haben, werden auch bei diesem wieder mitmachen, um ihre Praxis weiterzuentwickeln. Ich würde das, was ich tue, nicht Unterrichten nennen, weil ich von den Frauen viel Hilfe bekomme. Beim letzten Workshop habe ich viele Praktiken von ihnen gelernt. Unterrichten würde ich es also nicht nennen, aber in jedem Workshop braucht es eine Person, die den Raum moderiert. Ich kann nicht unterrichten. Ich muss mich selbst unterrichten (lacht).

War der Workshop nur für professionelle Künstler*innen und Menschen geöffnet, die Erfahrung in der Textilarbeit haben?
Nein. Diese Frauen sind keine professionellen Künstlerinnen. Beim letzten Workshop ging es eher darum, sich selbst im Textil zu entdecken. Im kommenden Workshop geht es um Kunst und das Experimentieren mit Textilien. Ich ziehe es in Erwägung, zukünftig auch Glas, Keramik und andere Materialien und Kunstarten auszuprobieren. Natürlich gibt es einen pädagogischen Anteil. Aber ich moderiere diesen Workshop mithilfe der Frauen. Wir werden über das Quilten recherchieren und ein Patchwork anfertigen. Das Quilting ist eine alte Praxis. Ich werde auch Videos und Artikel darüber mitbringen. Den Input werde ich an die Fragen der Teilnehmerinnen anpassen, und sie werden wahrscheinlich wiederum ihre Fragen dem Input anpassen. Gemeinsam werden wir über die Kombination von moderner und traditioneller Textilkunst forschen. Das ist für uns alle interessant, nicht nur für mich oder für sie. Jede Teilnehmerin hat die Wahl. Sie kann entscheiden, ob sie mag, was sie geschaffen hat, oder nicht. Es gibt auch einen anderen Aspekt des Workshops: Frauen können alles, was sie hergestellt haben, auf einer Website verkaufen, um ihr eigenes Geld zu verdienen, wenn sie möchten. Der Workshop funktioniert also auf verschiedenen Ebenen. Ich denke, es ist wichtig, eigenes Geld zu verdienen.
Ich denke, den Workshop zu genießen ist wirklich gut. Das haben wir im letzten Workshop gemacht. Wir haben es einfach genossen, mit Textilien zu experimentieren, aber jetzt denke ich, dass es auch gut ist, die Möglichkeit zu haben, das, was gelernt oder erforscht wurde, in der Herstellung eines Produkts umzusetzen.

Warum denkst du, dass der wirtschaftliche Aspekt wichtig ist?
Weil er einen anderen Weg der Freiheit und Unabhängigkeit bedeutet. Kunst zu schaffen ist großartig, aber die Frage ist auch, wie sie nachhaltiger gestaltet werden kann, als nur einen weiteren Workshop zu machen.

Wie alt sind die Teilnehmerinnen?
Es gibt keine Altersbeschränkung. Und auch nicht jede Frau kommt aus Syrien.

Warum ist die Website, die du verwendest, um die Produkte zu verkaufen, etwas anderes für dich?
Weil sie Frauen in Syrien und in der Diaspora, die vielleicht irgendwo weit weg sind, dabei helfen, ihren eigenen Job und ein Einkommen zu haben. Im Moment helfen die Workshops dabei, die Produkte syrischer Frauen in der Türkei und im Libanon zu verkaufen. Es hilft und ich unterstütze diese Idee.

Hast du jemals Workshops mit anderen Institutionen gemacht?
Ja, habe ich.

Gibt es einen Unterschied zwischen den Formen der Organisationen, mit denen du aktuell zusammenarbeitest, und anderen Institutionen, die du bisher in Deutschland kennengelernt hast?
Es gibt viele große Institutionen in Deutschland, die Leuten Kunst vorstellen wollen, die nach Deutschland kommen. Aber eine Organisation die anders arbeitet ist z.B. FLAX [FLAX – Foreign Local Artistic Xchange]. Sie arbeitet spezifischer. Sie macht Workshops für Künstler*innen. Sie hilft gezielt Künstler*innen aus anderen Ländern dabei, die deutsche Industrie kennen zu lernen, zu lernen, wie man eine Ausstellung oder ein Portfolio für den deutschen Markt auf die Beine stellt. Sie hat ein riesiges Netzwerk. Außerdem arbeitet sie sehr nachhaltig daran, die in Deutschland neu erscheinenden Künstler*innen aufzubauen und sie in jedem Schritt ihrer Karriere zu unterstützen. Bei manchen deutschen Institutionen habe ich das Gefühl, dass sie nur Workshops machen, die diesen nachhaltigen Aspekt nicht haben.

Was denkst du, sind die Vorteile oder Probleme in diesen verschiedenen Ansätzen?
Ich denke, sie sind einfach anders. Die Organisation, mit der ich am meisten arbeite, beschäftigt sich sehr eingehend mit Syrer*innen. Sie ist mehr als eine Institution; ein großer Teil des Teams sind selbst Syrer*innen. Aber es gibt auch Deutsche und Menschen mit anderer Nationalität, die internationale Künstler*innen unterstützen wollen. Ich denke, dass das nur möglich ist, wenn man* die Kultur kennt.

Ich muss eine Frage zu Begrifflichkeiten stellen. In dem ganzen Gespräch scheinst du das Wort ‚Flüchtling‘ zu vermeiden. Ist das richtig?
Es gibt viele Gründe, warum. Denn selbst nach zehn Jahren in Deutschland – ich weiß nicht, ob ich zehn Jahre in Deutschland bleiben werde – wird dieses Wort an dir haften bleiben. Die Leute sagen: „Oh, du bist Syrerin, du bist geflüchtet." Viele Menschen schämen sich bei diesem Wort. Es ist nicht einfach ein Adjektiv; es stehen Menschen hinter diesem Wort.

Bleibst du bei deinen Open Calls diesem Begriff auch fern?
Du meinst, ob ich ‚Flüchtling‘ dabei verwende? Nein, das tue ich nicht. Nein, niemals. Ich bewerbe mich niemals für Open Calls, in denen ‚Flüchtlinge‘ vorkommt. Warum stellst du Flüchtlinge in eine Ecke? Was ist an mir als Flüchtling besonders? Ich bin besonders als Person, aber nicht als Flüchtling.

Glaubst du, dass ein Safe space in einem Projekt möglich ist, solange das Projekt Teil einer deutschen Institution ist?
Diese Praxis kenne ich nicht. Ich habe nur Menschen erlebt, die zu mir kommen und sagen, dass sie Projekte mit Flüchtlingen machen wollen. Sie suchen nach Syrer*innen, weil sie die syrische Gemeinde nicht erreichen können, oder um mit ihnen zu arbeiten. Es ist wirklich nervig. Du bist Moderatorin und dann stellst du fest, dass du gerade da bist, um Syrer*innen anzulocken und nicht wirklich an dem Projekt beteiligt bist. Du bist am Ende eine Dolmetscherin. Aber um etwas Gutes zu schaffen, musst du diese Menschen erreichen. Sie müssen mehr als eine Institution haben. Selbst wenn sie Teilnehmer*innen finden und diese „Danke!“ sagen – selbst dann glaube ich nicht, dass sie dankbar sind. Die Teilnehmer*innen der Workshops werden sich dessen in dem Moment vielleicht nicht bewusst sein, aber später werden sie erkennen, was passiert ist. Du solltest die Leute kennen, mit denen du arbeitest. Die Leute sollten Teil des Projekts sein, kein Mittel.

Was wären deine fünf Ratschläge für die Arbeit in einem künstlerischen Raum mit Menschen aus anderen Ländern?
Frag sie nicht nach ihrer Reise – wie sie nach Deutschland kamen. Nie. Mir wurde diese Frage so oft gestellt. Am Ende war ich nur noch wütend. Zweitens: Behandle sie nicht so, als tätest du etwas Gutes für sie. Das ist ein sensibles Thema. Selbst wenn die Absichten gut sind, manchmal kommt nicht das dabei heraus, was benötigt wird. Drittens: Es gibt (religiöse) Menschen, deren Glauben respektiert und verstanden werden sollte. Auch das ist immer eine sensible Sache. Und wie gesagt, behandle sie nicht als Menschen, die vom Mars kommen. Mir wurde gesagt, dass man hier den Müll nicht vom Balkon wirft. Oder jemand erzählte mir von Bäumen, die in der Stadt gepflanzt wurden. „Haben Sie Öfen?“ Nein, wir in Syrien machen auf der Straße Feuer (lacht). Ich verurteile die Leute nicht, wenn sie diese Fragen stellen. Aber ich verurteile Menschen, die Projekte mit Syrer*innen machen wollen, um diese Fragen zu stellen oder Projekte dazu zu machen.

Ich möchte zurück zu einem Punkt gehen, von dem du früher gesprochen hast. Du hast über eine Organisation als einen Raum gesprochen, der Künstler*innen unterstützt und aufbaut. Warum ist dir das so wichtig? Merkst du, dass zwischen Künstler*innen und Flüchtlingsprojekten unterschieden wird?
Lustig, dass du das sagst. Wir haben gerade genau das am Wochenende bei einer Networking-Veranstaltung in der Akademie der Künste diskutiert. Es ist ein großes Problem, dass Syrer*innen gerade in Mode sind, aber niemand an die Zukunft denkt. Es gibt eine Verantwortung gegenüber den Menschen in diesen Projekten. Es gibt eine Menge Geld. Ich meine, es ist gut von den künstlerischen Institutionen und der Regierung, dass sie Syrer*innen durch Kunst in die Gesellschaft integrieren wollen. Die Unterstützung geht jedoch nicht an professionelle Künstler*innen, sondern an Syrer*innen. Vielleicht ist das kulturelle Bildung: Projekte für kreative Menschen, die dafür perfekt sind. Meiner Meinung nach sollte es eine Unterscheidung geben zwischen Künstler*innen aus Syrien und Syrer*innen, die erstmals kreativ und professionell künstlerisch arbeiten wollen.
Wichtig ist auch, den Menschen Mittel zu geben. Ihnen also nicht nur zu sagen, dass sie eine Ausstellung machen sollen und einfach eine x-beliebige Person dafür anzufragen. Nein, gebt ihnen Mittel, die sie bei ihrer Entwicklung unterstützen. Das System kümmert sich nicht um die Zukunft der Menschen, die es integriert. Ich kenne Künstler*innen, die seit mehr als zwölf Jahren hier sind und noch immer nur Kunst als ‚Flüchtling‘ kreieren dürfen. Und sie wissen das. Vielleicht werde ich nie sagen, dass ich eine Künstlerin bin. Ich schaue mich immer noch um und suche. Was wird in zwei Jahren passieren? Was ist, wenn sie glauben, dass sie Künstler*innen sind, es aber keine Finanzierung mehr gibt? Sie gehen in diesem System verloren. Es ist nicht leicht, eine Künstlerin zu sein (lacht).

Das Interview wurde von Julia Wissert auf Englisch geführt und von der Redaktion ins Deutsche übersetzt.

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