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Einleitung: Themenfeld und Begründungszusammenhang

Themenfeld und Begründungszusammenhang

Kulturelle Bildung soll Zugänge zu Kunst und Kultur schaffen. Sie soll die Möglichkeit bieten, sich kreativ und künstlerisch mit Alltagserfahrungen auseinanderzusetzen. Der Kulturbetrieb ist jedoch nur bedingt offen für alle, und unter anderem Kunstschaffende mit Flucht- oder Migrationsbiographien sehen sich mit alltäglichen und strukturellen Zugangsbarrieren konfrontiert. Vor allem auf Entscheidungsebene bleibt die etablierte Kulturlandschaft von einer mehrheitsgesellschaftlichen, bürgerlichen Perspektive geprägt, die von Menschen stammt, die überwiegend keine Rassismus- oder Asylerfahrungen haben.

Bei Kunst im Kontext Asyl wird diese Asymmetrie noch deutlicher verschärft: Keine andere Personengruppe in Deutschland hat einen unsichereren und schlechteren rechtlichen, sozialen und politischen Status als Menschen während des Asylverfahrens sowie Illegalisierte. Die Fragen von Sprache, Aufenthaltsrecht, Mobilität, Finanzierung des Lebensunterhalts, Zugang zu medizinischer Versorgung (inklusive, im Falle von traumatischen Erfahrungen, psychotherapeutischer Versorgung), Ernährung, Ausbildung und Arbeitserlaubnis, Familie(nnachzug), Privatsphäre und bürgerlichen (Partizipations-)Rechten sind in besonderem Maße prekär und verunmöglichen persönliche Integrität, Selbstbestimmung und ein wirkliches Mitgestalten von Gesellschaft.

Kulturelle Bildung im Kontext Asyl stellt beileibe kein neues Praxisfeld dar – in seiner derzeitigen Dimension jedoch durchaus. Diese spiegelt sich  in eigenen Förderprogrammen, der verstärkten Diskussion von kulturpädagogischen Konzepten und Formaten sowie Ansätzen der Erschließung als eigenes Forschungsfeld wider. Während im sogenannten Sommer der Migration 2015 gesamtgesellschaftlich und auch im kulturellen Sektor eher ein Reagieren auf die neue gesellschaftliche Lage zu beobachten war und Nothilfeprogramme, Provisorien und eilig zusammengezimmerte ‚Masterpläne‘ aus der Taufe gehoben wurden, stehen wir heute an einem anderen Punkt. Die Arbeit im Kontext Asyl hat längst einen eigenen Arbeitsmarkt hervorgebracht; Programme, die durch Sondermittel die erhöhte Nachfrage bedienen sollten, werden evaluiert, aufgehoben oder verstetigt. Das ist auch der Begründungszusammenhang des vorliegenden Dossiers: Nach zwei klassischen Evaluationen eines der größten Programme / Projekte auf dem Feld der kulturellen Bildung mit Asylsuchenden in Berlin, der Berlin Mondiale – einem Netzwerk, das schwerpunktmäßig Kooperationen zwischen Kulturinstitutionen und Asylunterkünften in sogenannten Tandemprojekten initiiert – durch Dr. Azadeh Sharifi wurden wir mit einer grundlegenderen Feldanalyse beauftragt. Die Idee der Feldanalyse ist im Kontext der Diversitätsentwicklung des Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung entstanden, aus dessen Geldern die Berlin Mondiale anfangs finanziert wurde. Der Projektfonds hat das Interesse, seine eigenen Beurteilungskriterien zu überprüfen, sowie sicherzustellen, ob sein Angebot der Projektförderung die Berliner Stadtgesellschaft in ihrer Gänze und Vielfalt erreicht. Die Feldanalyse sollte jenseits der Evaluation eines einzelnen Projekts vielmehr den Blick auf grundsätzliche strukturelle Fragen im Feld von Kulturprojekten im Kontext Asyl richten, wiederkehrende Themen und Problematiken identifizieren, Kriterien für eine erfolgreiche und nachhaltige Arbeit im Feld entwickeln und diese als Empfehlungen für Praktiker*innen wie Zuwendungsgeber*innen formulieren. Zu diesem Zweck wurden Projekte der Berlin Mondiale sowie andere Akteur*innen der kulturellen Bildung im Kontext von Asyl, von großen Kultureinrichtungen über Träger der freien Szene bis hin zu Selbstorganisationen und Kiez- / Communityprojekten, besucht, Interviews geführt, good und bad practices ermittelt, sowie Expert*innen und Praktiker*innen aus dem Feld gebeten, externe Beiträge zu bestimmten, wiederkehrenden Problemstellungen und Fragen zu verfassen. Die projektbezogenen Ergebnisse der Feldanalyse werden intern in Form eines Fachgesprächs, Berichten und Protokollen den Projektleitenden, Auftrags- und Zuwendungsgebern vorgestellt und diskutiert, während die projektübergreifenden, themenbezogenen Analysen, Erkenntnisse und Empfehlungen in Form dieses Dossiers veröffentlicht werden. Alle einzelnen Beiträge dieses Dossiers werden zudem in englischer Sprache einem breiterem Publikum auf der Webpräsenz Kubinaut zugänglich gemacht.

Das Projekt- und Redaktionsteam

Wir sind fünf Frauen of Color, die jeweils unterschiedliches, biographisch, fachlich und aktivistisch erworbenes Wissen sowie Fähigkeiten und Erfahrungen zu Themen wie forced migration, (Anti-)Rassismus, Gender- & Queertheory, emanzipative Bildung, demokratietheoretische wie -praktische (Klassen-)Fragen politischer Repräsentation, die lateinamerikanische Tradition des Community Theater sowie strukturelle Ausschlüsse Schwarzer Kunstschaffender in Deutschland interdisziplinär zusammengebracht und -gedacht haben und sich als Kunstschaffende darüber hinaus auch praktisch im Feld bewegen. Letzteres führt(e) zu unserem Verständnis als Critical Friends.

Die Arbeit unseres Teams war prozesshaft, sie entwickelte sich in der Durchführung. Aus Beobachtungen wurden Leitfragen generiert, und von diesen ausgehend die Beobachtung fortgesetzt. Wir möchten das aus der kritischen Begleitung des Feldes entstandene Wissen einer größeren Öffentlichkeit zur Verfügung stellen und damit Kriterien für eine nachhaltige und diskriminierungskritische Arbeit im Feld kultureller Bildung im Kontext Asyl entwickeln.

Mit den unterschiedlichen Formaten von Beiträgen von Expert*innen und Praktiker*innen, Interviews mit Kunstschaffenden und unseren eigenen Überlegungen und Reflexionen der Arbeit auf dem wollen wir Denkanstöße geben, Gewissheiten hinterfragen, provozieren und unsichtbare Machtverhältnisse und Asymmetrien sichtbar machen. Das Dossier richtet sich sowohl an Einsteiger*innen / Interessierte wie ‚Fortgeschrittene‘ / an grundlegenderen Theorien und Überlegungen Interessierte.

Über das Dossier

Wenn kulturelle Bildung im Kontext Asyl für die Teilnehmenden und Produzierenden gleichberechtigt und nicht-belehrend gestaltet werden soll, braucht sie einen Rahmen, der diese ganzen Aspekte, die Menschen mit sicherem Aufenthaltsstatus, Job, Wohnung, Sprache, Freiheit, Mobilität et cetera im Moment der künstlerischen Praxis leichter außen vor lassen können, mindestens berücksichtigt, ihrer gewahr ist. Diese Themen müssen nicht unbedingt im künstlerischen Werk selber thematisiert werden, wenn es die Teilnehmenden nicht selbst wollen, aber sie müssen in irgendeiner Form aufgefangen und angegangen werden. Es muss den Teilnehmer*innen, die eingebunden sind, ein Rahmen geschaffen werden, in dem sie sich, ihre Bedürfnisse und Wünsche ausdrücken können, bevor freies künstlerisches Arbeiten möglich ist. Zusätzlich zu dem Anspruch, einen offenen, sicheren Raum zu schaffen, in dem Kunst stattfinden kann, müssen dann noch die impliziten strukturellen Machtverhältnisse mitgedacht und bedacht werden. Dafür braucht es Sensibilität seitens der Kunstschaffenden und Teilnehmenden ohne Rassismus- und / oder Fluchterfahrungen.

Dies beginnt bereits bei der Sprache: Die Begriffe, mit denen wir Personen und Sachverhalte im Kontext Asyl belegen, sind Ausdruck unserer Wahrnehmung und Beurteilung von ihnen. Sie können wahlweise entlastend, verklärend, abwertend oder empowernd wirken. Im ersten Beitrag wird uns Sinthujan Varatharajah dazu einige (Denk-)Anregungen geben. Veronika Gerhard teilt mit uns grundlegende Überlegungen zur Rolle von Kunst in der Gesellschaft und speziell im Rahmen der kulturellen Bildung im Kontext Asyl. Carmen Mörsch nimmt diesen Faden auf und beleuchtet die Geschichte der kulturellen Bildung aus einer postkolonialen Perspektive: Was waren jeweils die Selbstverständnisse, Akteur*innen/Träger*innen, und Zielgruppen der kulturellen Bildung, und wie waren diese jeweils im politisch-historischen Kontext verortet?

Um die gesellschaftlichen Zusammenhänge, in denen kulturelle Bildung im Kontext Asyl stattfindet, geht es auch im nächsten Beitrag: Rückblick und Zusammenfassung unserer ersten öffentlichen Veranstaltung, bei der wir mit eingeladenen Gästen die Frage “Sind kulturelle und politische Arbeit voneinander zu trennen?” diskutiert haben.

In vielen der Kulturprojekte, die wir im Rahmen der Feldanalyse besucht haben, kommt Sozialarbeiter*innen in den Unterkünften im Rahmen der Kooperationen eine entscheidende Rolle zu: in einer Funktion der Ermöglichung, Begleitung, auch des Schutzes und der Beratung. Ohne sie und die unentgeltliche Arbeit zahlreicher Ehrenamtlicher würde dem Aufnahmesystem jegliche humanitäre Basis fehlen, etliche Missstände würden unbemerkt bleiben. Über diesen spezifischen Rollenkonflikt und die verschiedenen Funktionen von Sozialarbeiter*innen und Ehrenamtlichen in diesem Kontext klärt Nivedita Prasad  auf.  

Ein großer Teil der Asylsuchenden hat vor, während und / oder nach der Flucht traumatische Erlebnisse erfahren. Das Wissen über die Auswirkungen von Traumata auf unterschiedlichenen Ebenen, vom Selbstbild bis zum Spracherwerb, ist nicht allen bekannt, die in Projekten mit Asylsuchenden arbeiten. Sibel Atasayi erläutert daher in ihrem Beitrag grundlegende Aspekte von Trauma und Migration und schlussfolgert daraus, was eine traumasensible Haltung in der kulturellen Bildung beinhalten sollte.

Kulturelle Bildung mit geflüchteten und asylsuchenden Menschen wird überwiegend in Projekten realisiert. Projekte sind per Definition zeitlich begrenzt, innovativ und verfolgen ein konkretes Ziel / Ergebnis, das messbar und in der Regel vor Projektbeginn definiert sein muss. So sehen es zumindest im Allgemeinen die Förderkriterien der Projektförderung vor. Inwieweit diese Maßgaben mit dem emanzipatorischen Anspruch der kulturellen Bildung überhaupt vereinbar sind, wer überhaupt in der Lage ist, Projektförderungen zu akquirieren, und welche anderen Stolpersteine der Förderpolitik engagierte Projektmacher*innen erwarten, wird in einem anonymisierten Interview mit einer*m Kenner*in der Förderbranche zutage gebracht. In diesem Zusammenhang soll auch die Frage der Vergütung / Entlohnung von Asylsuchenden behandelt werden. Diese stellt, besonders im Kulturbereich, Projektmacher*innen vor besondere Herausforderungen. Oft fehlt in Projekten das juristische Wissen über Einstellungs- / Vergütungsoptionen. Die geltenden rechtlichen Bestimmungen in der BRD und teilweise in den einzelnen Bundesländern hierzu sind komplex – die Rechtsanwältin Nina Hager hat daher für uns einen Überblick verfasst, der entschlüsselt, wer wann mit welchem (Asyl-) Status überhaupt erwerbstätig sein und vergütet werden darf.

Die Frage nach Sinn und Unsinn von Projektförderkriterien in einem Kontext, der eigentlich prozessorientiert gestaltet sein sollte und in dem es oft zielführender ist, einen bestimmten Rahmen zu schaffen einen sicheren Raum zur Entfaltung – wird in einem zweiten Interview, diesmal auf der Seite einer Projektleitung, wieder aufgenommen und anschaulich verhandelt. Marwa Abidou spricht zudem eine legitime Frage an: Ist grundsätzlich jede*r dazu geeignet, Kunstprojekte mit Asylsuchenden durchzuführen, oder bedarf es dazu eines spezifischen Hintergrunds oder / und einer bestimmten Haltung. Diese Frage wird von Golschan Ahmad Haschemi, Verena Meyer und Pasquale Virginie Rotter aufgegriffen und in einem chorischen Empowerment-Märchen lust- und schmerzvoll, ironisch und sarkastisch reflektiert: Wer lädt wen ein, zu sprechen, zu singen, zu performen und zu gestalten? Und wie ernst ist diese Einladung gemeint.

Es ist nach der Lektüre dieser Beiträge schwer zu leugnen, dass es Schieflagen der Repräsentation in Kulturbetrieben – und zwar sowohl, was das Personal als auch, was das Publikum angeht – wie auch Legitimationskrisen der Inhalte gibt. Wo lässt sich ansetzen, um grundlegend und nachhaltig Veränderungen zu bewirken, um nicht nur punktuell „die Randständigen“ (Ahmad Haschemi/Meyer/Rotter in diesem Dossier) auf der Bühne sprechen zu lassen? Die nachfolgenden beiden Beiträge verweisen daher auf die Orte, an denen Wissen und Fertigkeiten produziert sowie Kunst geschaffen werden, also dorthin, wo asymmetrische Strukturen zuvörderst entstehen, also auch abgebaut werden können. Das ist zum einen die Ausbildung von Künstler*innen, für die sich auch die kulturelle Bildung die Frage stellen muss: Wer lehrt (eigentlich) die Lehrenden? (Miriam Schickler und Ulf Aminde) zum anderen sind es die jeweiligen Produktionsstätten und -bedingungen von Kunst und kultureller Bildung: die Institutionen (Nils Erhard / Theater X). Die Produktionsbedingungen und die Frage, wer von wem lernt, erörtert auch eine von uns befragte Künstler*in anhand ihrer konkreten Erfahrungen in einem Interview) und gibt darüber hinaus wertvolle Empfehlungen für die Nachhaltigkeit der gesellschaftlichen Inklusion geflüchteter Künstler*innen.     

Solange die oben und in den Beiträgen beschriebenen Schieflagen weiter bestehen, ist es illusorisch und verschleiernd, in der kulturellen Bildung im Kontext Asyl von einem „Arbeiten auf Augenhöhe“ zu sprechen. Um dort hinzukommen, bedarf es, wie bereits angerissen, struktureller Veränderungen und nicht nur hier und da einzelner (Quoten-)Personen oder (Quoten-)Inhalte, die womöglich instrumentalisiert werden im Sinne einer Reinwaschung als divers und diskriminierungssensibel. In unserem Beitrag „Augenhöhe & Empowerment: (Wie) Geht das?“ (Katharine Kolmans & Redaktionsteam) gehen wir daher in einem ausführlicheren Input, der sich sowohl aus unserem theoretischem (Vor-)Wissen als auch aus unseren konkreten Beobachtungen im Feld speist, auf die Aspekte ein, die für eine chancengerechte und emanzipatorische kulturelle Bildung im Kontext Asyl relevant sind.   

Zur praktischen Veranschaulichung der Schlagworte diskriminierungssensible Haltung, emanzipatorische / demokratische Produktionsbedingungen und Selbstrepräsentation Betroffener nehmen sich in den letzten zwei Beiträgen schließlich Selbstorganisationen von Asylsuchenden und Geflüchteten das Wort: Jugendliche ohne Grenzen in Kooperation mit dem GRIPS Theater  und CommUnity Carnival führen aus, was Selbstorganisation und Empowerment in der Praxis bedeute(t)n kann, welche Rolle etablierte Kulturbetriebe und Institutionen – in positiver wie negativer Hinsicht – dabei einnehmen können, welche Energie, Kraft und Kreativität eine selbstbestimmte Arbeit freisetzen kann, aber auch wo die Grenzen der Freiheit ohne eine institutionelle Anbindung liegen.

In einem abschließenden Resümee wollen wir den Blick auf die notwendigen Rahmenbedingungen für eine emanzipatorische und diskriminierungssensible Praxis kultureller Bildung im Kontext Asyl lenken. Da es sich hauptsächlich um strukturelle Fragen handelt, kann es dabei nicht um einen Baukasten konkreter Handlungsanweisungen gehen. Statische Antworten sollten im Kontext von Gesellschaft und Kultur, die dynamisch und komplex sind, sowieso misstrauisch machen. Um einen Perspektivwechsel vornehmen zu können und seine Haltung zu überdenken, hilft es aber oft schon, die richtigen Fragen zu stellen.

In diesem Sinne hoffen wir, mit unserem Dossier zum Nachdenken, Überdenken, Diskutieren  und Handeln anzuregen und wünschen eine gute Lektüre,

Marwa Al-Radwany, Caroline Froelich, Katharine Kolmans, Laura Paetau, Julia Wissert

Dossier-Redaktion

Einleitung: Themenfeld und Begründungszusammenhang

Themenfeld und Begründungszusammenhang: Der Kulturbetrieb ist jedoch nur bedingt offen für alle, und unter anderem Kunstschaffende mit Flucht- oder Migrationsbiographien sehen sich mit alltäglichen und strukturellen Zugangsbarrieren konfrontiert.

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Begrifflichkeiten im Kontext von Flucht und Asyl

Sprache ist ein Machtinstrument. Sich mit geflüchteten Menschen zu beschäftigen bedeutet auch, sich mit den Begrifflichkeiten, die mit der Thematik verbunden sind, aktiv auseinanderzusetzen. Im folgenden Abschnitt werden einige Begriffe und Fragen behandelt, die im Kontext von Flucht aufkommen.

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KUNST IST MÖGLICH (WENN WIR WOLLEN)

Was passiert?
Kunst kann Konzept, Gedanke, Behauptung, Freude am Experiment, Moment, Politik, Wissensproduktion, Aktivismus, Meditation oder Provokation von Begegnungen und Geistesregungen sein.

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Ansätze für eine postkoloniale Geschichtsschreibung der kulturellen Bildung in Deutschland

Für eine Feldanalyse der kulturellen Bildung im spezifischen Kontext von Flucht und Asyl ist es unerlässlich, einen Blick auf das Selbstverständnis und die geschichtlichen Hintergründe beziehungsweise den Entstehungskontext von kultureller Bildung zu werfen.

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Sind kulturelle und politische Arbeit voneinander zu trennen?

Ist Kunst zu machen eigentlich Luxus? Was bedeutet es, in Kunstprojekten zu arbeiten, wenn die eigene Existenz in Frage steht? Und welche Absicht verfolgt man, wenn man mit Asylsuchenden arbeitet? Das sind Fragen, die gleich zu Beginn unserer Veranstaltung „Kulturelle Bildung im Kontext Asyl: Sind kulturelle und politische Arbeit voneinander zu trennen?”

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Soziale Arbeit und unentgeltliches Engagement im Kontext von Flucht

Was ist der Unterscheid zwischen Sozialer Arbeit und unentgeltliches Engagement im Kontext von Asyl? Was bedeutet das für den Anspruch der Arbeit und welche Chancen ergeben sich daraus? Prof.Dr. Nivedita Prasad analysiert dies in ihrem Beitrag.

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Trauma und Migration als Prozesse verstehen

Während vor einigen Jahrzehnten um die Legitimation des Traumabegriffs gekämpft wurde, wird dieser Begriff heute inflationär verwendet. Umso drängender ist es, sich um eine differenzierte Sprache zu bemühen und kritisch zu schauen...

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„Da kann man [...] in Fallen tappen, von denen man als Normalsterbliche*r überhaupt keine Ahnung hat.“

Ein Gespräch über Förderpolitiken im Bereich der kulturellen Bildung
Die interviewte Person möchte anonym bleiben.

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„Berlin Better Have My Money“ – Bezahlmöglichkeiten im Kontext von Kultur und Asyl

Dossierbeitrag von Nina Hager, Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt auf Asyl- und Aufenthaltsrecht und Rechtsreferentin in dem Dachverband der Psychosozialen Zentren für Geflüchtete und Opfern von Folter in Berlin (BAfF e.V.).

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„Ich brauche einen geschützten Raum, nicht mehr“

Ein Gespräch mit Marwa Abidou

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Ein Empowerment-Märchen – chorisch

Die Erzählerin: Es war einmal ein Reich, das war so groß, wie es sich fühlte. Es lebten dort zahlreiche Hofgelehrte und, neben den Übrigen, drei Empowerment-Expertinnen. Sie waren drei von vielen, die Empowerment für und mit jenen machten, die als „die Anderen“ markiert und damit geschwächt wurden

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Vom Trugschluss des emanzipatorischen Potentials der Künste.

Eine kritische Betrachtung der Ausbildung von Künstler*innen

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Etwas in Bewegung setzen – Über das „Wir“ der Kunst und CommUNITY-Theater im Theater X

Es ist interessant, wie die Leitung des Theatertreffens hier mit großer Selbstverständlichkeit aus der Perspektive eines vorgestellten „Wir“ des deutschsprachigen Kulturbetriebs schreibt: „Wir“ leben in Europa – und zwar mit Pass. Wenn mensch einen Blick auf Leitung und Jury des Theatertreffens 2015 wirft, wird deutlich, dass „wir“ auch weiß sind und alle irgendwas in Richtung Germanistik, Literatur oder Journalismus studiert haben.

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„Die Leute sollten Teil des Projektes sein, keine Mittel“

Auf Menschen persönlich zuzugehen und ihnen zu erklären, worum es bei dem Projekt geht, funktioniert am besten. Diese Beziehung zu den Menschen ist der wichtigste Teil. Ein offener Aufruf funktioniert nicht. Zumindest nicht für uns.

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Augenhöhe & Empowerment: (Wie) Geht das?

Vielen Kulturschaffenden scheint grundsätzlich bewusst zu sein, dass es ein Machtgefälle gibt zwischen Menschen, die sich im Asylverfahren befinden, und denen, die es nicht sind, denn ein beliebtes Projektziel ist es, auf „Augenhöhe“ zu arbeiten. Dieses Ziel müsste nicht formuliert werden, wenn es keine gesellschaftlichen Hierarchien zwischen Menschen gäbe.

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„Jetzt tretet ihr zurück, wir organisieren uns”.

Ein Interview mit Jugendliche ohne Grenzen und dem GRIPS Theater

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„Wir konnten etwas Unmögliches möglich machen“

Eine polyphone Unterhaltung über den CommUnity Carnival mit Alix, Jan, Veronica und Samee. Der CommUnity Carnival ist eine großangelegte, inklusive, künstlerische und politische Demonstration, die von einem breiten Netzwerk von Künstler*innen und Aktivist*innen aus ganz Deutschland selbst organisiert wurde.

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Resümee und Schlussfolgerungen vom Redaktionsteam

„Es gibt nichts Gutes, außer: man tut es“?
Im Rahmen unserer Feldanalyse haben wir öfter mit Projektleitungen Debatten über die Frage der Notwendigkeit einer politischen Positionierung zum Asylsystem geführt.

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Die wissenschaftlichen Begleitungen Azadeh Sharifis - Ausgangspunkt und Hintergrund für das Projekt Diversitätsorientierte Begleitung Berlin Mondiale

Im Rahmen ihrer Feldanalyse besuchen die Critical Friends einige Projekte der Berlin Mondiale . Diese wurde über zwei Jahre von der Kultur- und Theaterwissenschaftlerin Dr. Azadeh Sharifi wissenschaftlich begleitet. Die Ergebnisse ihrer Begleitung und ihre darauf aufbauenden Empfehlungen für eine erfolgreiche, machtkritische Arbeit mit geflüchteten Menschen sind wichtige Impulse für die Arbeit der Critical Friends.

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Praxisorientierte Empfehlungen

Die folgenden Empfehlungen für Projektdurchführende, Sozialarbeiter*innen, Zuwendungsgeber*innen und Förderprogrammkonzipierende im Kontext Asyl gründen auf unserer Feldanalyse und bilden zudem eine Essenz der Beiträge in diesem Dossier ab.

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Praxisorientierte Links zum Thema Flucht / Asyl und Kultur

Empfehlungen von Online-Broschüren und -Beiträgen zum Thema Flucht / Asyl und Kultur.

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Diversitätsorientierte Begleitung Berlin Mondiale Team

Das Team der Diversitätsorientierte Begleitung Berlin Mondiale besteht aus vier Critical Friends, die im Feld die Analyse durchführen und eine Koordination. Hier findet ihr kurze Beschreibungen der Teammitglieder.

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Critical friends? Eine kurze Definition

Im Projekt Diversitätsorientierte Begleitung Berlin Mondiale nimmt unser Team die Rolle von “Critical Friends” (deutsch: Kritische Freund*innen) ein. Eine oft zitierte Definition beschreibt einen Critical Friend als „eine [...] Person, die provokante Fragen stellt, Daten erhebt...

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Bezeichnungen und Schreibweisen

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Die Perspektiven geflüchteter Künstler*innen in den Mittelpunkt stellen – ohne Lohn?

Eine Kulturschaffende berichtet, warum sie Teil eines Projekts war, das vor allem durch die Perspektive geflüchteter Künstler*innen geprägt wurde, und warum das Projekt trotz genehmigter  Projektgelder nicht nach Plan verlaufen konnte. Das Haupthindernis: die Entlohnung der Arbeit von Künstler*innen im Asylverfahren.

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English Version: Dossier 'Diversity Sensitive Supervision of Berlin Mondiale'

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