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„Ich brauche einen geschützten Raum, nicht mehr“

Ein Gespräch mit Marwa Abidou
Gesprächsprotokoll: Julia Wissert

Marwa Abidou, gebürtig aus Kairo, hat an der Akademie der Künste in Kairo Kunst studiert und in Köln und Berlin in Performing Arts- und Theaterwissenschaften promoviert. Bevor sie den Workshop Fadfadah an der Werkstatt der Kulturen in Neukölln ins Leben gerufen hat, arbeitete Abidou in verschiedenen deutschen NGOs mit Geflüchteten und gab Deutschkurse . Fadfadah  – auf Arabisch „sich etwas von der Seele reden / sich erleichtern durch Erzählen“ – ist ein wöchentlicher Erzählworkshop für Frauen auf Arabisch, der bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr stattfindet. Der letzte Workshop mündete in eine Inszenierung in der Werkstatt der Kulturen. Die Gruppe, bestehend aus knapp zehn Frauen unterschiedlichen Alters, tauscht sich in dem Workshop mit künstlerischen Mitteln über ihr Leben aus. Der Workshop bewegt sich zwischen künstlerischen Interventionen, Gesprächstherapie und familiärem Beisammensein. Abidou wird zur Moderatorin der Bedürfnisse der teilnehmenden Frauen.

Abidou: Als die Fluchtwelle von Arabern nach Deutschland kam, hatte ich für viele Organisationen gearbeitet, die für Geflüchtete Kulturprojekte anbieten und Deutschunterricht gegeben. Dort habe ich dann viele Frauen aus Syrien kennengelernt, die ein sehr enges Verhältnis mit mir aufbauten, weil ich ihre Muttersprache gesprochen habe. Ich hatte das Gefühl, sie müssen sprechen, sie brauchen einen Ort, an dem sie sprechen können. Die Frauen kamen aus Syrien, aus dem Irak, es war schwer für sie mit der Mentalität hier oder den ganzen Informationen, mit der Flucht, sie haben Angehörige und Freunde verloren. Es war wirklich überwältigend. Viele haben den Krieg richtig erlebt. Nicht wie wir nur im Fernsehen.

Ich wusste, wir brauchen einen Ort, wo wir reden und mit theatralen Elementen den Frauen die Möglichkeit bieten können, sich auszudrücken oder sich zu präsentieren. Vielleicht sollte es am Ende eine Performance geben, vielleicht auch nicht. Die Idee war sehr unkonkret in dem Moment. Alles, was ich wusste, war: Ich will diesen Frauen helfen.i

ch habe mich dann an sehr viele Organisationen gewandt, bis ich hier zur Werkstatt der Kulturen kam. Ich habe mit Philippa Ebené, der Leiterin, gesprochen. Sie hat gefragt, was ich brauche und gesagt: „Okay, dann komm!“ Sie hat einfach an das Projekt geglaubt und Räumlichkeiten dafür zur Verfügung gestellt. Dadurch haben wir im März 2016 angefangen. Dann habe ich zweimal die Woche die Frauen hier getroffen und habe immer wieder versucht, herauszufinden, welche Übung oder welche Aufgabe passt, um ihnen zu helfen, sich auszudrücken, die ganzen Probleme rauszulassen, und habe das Fadfadah genannt. Wir haben viel erzählt, viel gesprochen, viel geweint.

Ich habe viele Tage gelitten und viele Nächte nicht geschlafen, als ich ihre Geschichten alle gehört hatte. Ich hatte das Gefühl, ich bin machtlos. Ich kann nichts machen. Die Welt ist so schrecklich unfair. All die Kriege, die passieren. Die Menschen, die sterben. Aber ich versuche immer weiter, dass ich ein bisschen Abstand bekomme. Um wirklich einen Raum zu schaffen, in dem die Frauen frei, also wirklich von ihrem Herzen sprechen können, experimentiere ich immer mit verschiedenen Übungen. Ich stelle mich immer auf das ein, was gerade akut gebraucht wird. Dann schaue ich: Klappt das, klappt das nicht?

Nach dem Workshop habe ich alles dramaturgisch zusammengesetzt. Wir haben alles in den Dialekten der Frauen aufgeschrieben und uns überlegt, dass wir eine Botschaft an unsere Gastgesellschaft übermitteln wollen. Diese wurde dann auch der Titel unserer Performance: „Wir sind keine Zahlen“.

Die Frauen haben sich alle beschwert, dass sie hier nicht als Menschen wahrgenommen werden, sondern nur als  Zahlen auf Papieren. Eine syrische Frau hat mir einmal gesagt,: „Niemand hört uns zu. Sie geben uns Regeln, du musst die Sprache lernen, du musst das machen, du musst, du musst, du musst.“ Aber wie man dabei mit ihnen umgeht, spricht keiner an. Ich finde das katastrophal.

Am Ende traten fünf Frauen auf, die auf der Bühne ihre Geschichten erzählen und die anderen Frauen vertreten wollten. Ich habe daran gearbeitet, Gefühle und Geschichten der ganzen Gruppe in eine Performance zu bringen und einen passenden Titel zu finden, der die Probleme aller Teilnehmerinnen schildern kann.

Zunächst waren vier Frauen auf der Bühne. Dazu Musik und Gesang. Manche der Frauen haben selbst gesungen. Andere haben hinter den Kulissen gearbeitet und Requisiten gemacht. Jede hatte eine Rolle vor oder hinter der Bühne. Die Frauen auf der Bühne waren bereit, diese Erlebnisse noch einmal durchzustehen.

Es gab viele Probleme. Nicht von den Frauen, sondern von ihren Männern oder ihren Angehörigen. Es wurde ihnen verboten, auf die Bühne zu kommen. Es gab viele Auseinandersetzungen darüber, was privat ist und was nicht. Was darf ich in der Öffentlichkeit sagen und was behalte ich lieber für mich? Wir hatten kaum mit der Technik geprobt. Eine Frau hatte gesagt, sie kommt nicht. Also haben wir mit ihr einen Film gemacht, den wir dann einspielen wollten. Eine halbe Stunde vor der Aufführung kam sie und hat gesagt, sie will doch mitmachen. Als sie kam, wusste ich: Jetzt möchte sie auf die Bühne! Also habe ich schnell ihre Texte übersetzt und auch auf die Leinwand projiziert. Ich hatte alle Erzählungen der Frauen ins Deutsche übersetzt und auf eine Leinwand projiziert, damit eine Kommunikation mit den Zuschauern stattfinden kann. Wir haben bis um sechs Uhr, also genau bis zur Premiere, gearbeitet.

Es gab keine Tickets, nur Einladungen. Ich hatte Menschen eingeladen, die in dem Bereich Migration und Flucht arbeiten. Ich dachte, es ist wichtig, dass sie das sehen.

Danach gab es ein Publikumsgespräch. Ich habe moderiert. Es kamen auch viele komische Fragen, es gab viele Angriffe von den deutschen Zuschauern ohne Fluchthintergrund. Ich habe die Frauen natürlich in Schutz genommen, so sehr ich konnte. Es gab zum Beispiel den Vorwurf  bezihungsweise die Frage, warum die Frauen Arabisch sprechen. Sie seien doch in Deutschland, sie müssten Deutsch lernen.

Die Frauen haben schon genug Sprachkurse, sie machen auch weiter. Ich bin auch nicht dagegen, dass sie Deutsch lernen müssen, das sollte jeder. Ich bin ganz sicher, sie lernen das. Die Macht der Gesellschaft ist so groß. Ich sehe das an meiner Tochter. Ich versuche ihr Arabisch beizubringen, aber Deutsch ist ihre Muttersprache. Es wird sich aber auf der anderen Seite nicht in die Frauen hineinversetzt.

Ich habe Jahre gebraucht, um das zu lernen. Es geht ja nicht nur darum, die Worte  richtig zu lernen, sondern auch, die Sprachsignale richtig zu verstehen. Nicht nur zu quatschen, sondern richtig anzunehmen. Das dauert lange. Ich kann das nicht jetzt von ihnen verlangen. Diese Frauen brauchen Hilfe in ihrer Muttersprache.

Ein anderer Zuschauer, ein weißer Mann, äußerte, er fände es widersprüchlich, dass die voll verschleierte Frau, eine der Erzählerinnen,  vor radikalen Djihadisten in Syrien geflohen sei. Er hat sie einfach aufgrund ihres Aussehens beurteilt.  Ich war von der Frage schockiert und spürte in dem Augenblick die Aggression, die dahinter steckt. Ich wusste am Anfang nicht, wie ich die Frage auf Arabisch vermitteln kann, hatte Angst, dass die Frau sich angegriffen fühlt. Besonders diese Frau, da ich lange gebraucht hatte, sie zu überreden, sich auf der Bühne zu präsentieren. Dann habe ich  doch die Frage übersetzt und an sie gestellt. Ich sah die Tränen in ihren Augen und habe ihr gesagt, ich übernehme es. Meine Antwort war vielleicht nicht sehr wichtig, aber die Hintergründe der Frage, die oberflächlichen und gleichzeitig verletzenden Vorurteile in der Gesellschaft, die Tränen der Frau sind mir bis jetzt sehr wichtig. Darauf habe ich den nächsten Workshop Fadfadah 2 dieses Jahr aufgebaut.

Ich glaube, dass solche Projekte nicht möglich sind, ohne die Kultur oder die Sprache der Teilnehmenden zu kennen. Es fehlt die Glaubwürdigkeit. Ich glaube auch, dass es so gut geklappt hat, weil die Frauen für mich im Mittelpunkt standen. Es geht nicht darum, dass ich berühmt werde oder ein Projekt durchführe. Sondern ich bin nur an ihnen interessiert. Sie können gut spüren, ob es so ist oder ob es um meinen Erfolg geht.

Die Resonanz nach der Präsentation war von den Teilnehmerinnen so positiv, dass ich gesagt habe, dass ich jährlich einen Workshop machen will, damit viel mehr Frauen dadurch geholfen werden kann.

Wann der stattfinden sollte, wusste ich noch nicht. Ich musste es erstmal schaffen, eine feste Gruppe aufzubauen. Viele kamen und gingen. Es ist schwierig für sie, kontinuierlich und monatelang an solchen Projekten teilzunehmen. Die Frauen haben viel zu tun, wenn sie hier sind, mit Sprache, Bürokratie, Terminen, Kindern und vor allem mit der Bewältigung des „fremden“ Alltags. Dass sie wirklich durchhalten und dabei bleiben, das ist schwierig. Ich habe gewartet, bis die Gruppe sich entwickelt hat. 24 Frauen haben sich für Fadfadah 2 freiwillig bei mir gemeldet. Nicht nur aus Syrien und Irak, sondern auch aus Ägypten, Jemen, Libanon und Palästina. Die meisten Teilnehmerinnen in Fadfadah 2 sind seit mehr als ein oder zwei Jahren hier.

Das letzte Mal war die Gruppe ein wenig anders als dieses Mal. Beim ersten Mal warenviele Frauen ganz neu in Deutschland. Viele von ihnen kamen ganz traditionell aus Dörfern in Syrien. Manche sind nicht zur Schule gegangen, viele sehr konservativ.

In der Gruppe vom diesem Jahr sind die Frauen etwas anders zusammengesetzt. Sie sind etwas älter und haben schon gearbeitet, als Ingenieurinnen oder Zahnärztinnen in Syrien. Wir haben jetzt einen anderen Ausgangspunkt.

Ich habe die Frauen in Fadfadah1 durch  direkten Kontakt gefunden. Dieses Jahr habe ich E-Mails von unbekannten Frauen, die mitmachen wollen, erhalten. Sobald ich gesagt habe, der Kurs seiauf Arabisch und den Open Call auf Arabisch veröffentlichte, kamen die Frauen von sich aus. Ich sagte nur, es gibt einen Erzählworkshop, sonst nichts. Es sollte sich von alleine zeigen, was es wird.

Im Oktober musste ich das Projekt, nach einem sechsmonatigen Workshop mit einer öffentlichen Probe unter dem Titel „Wer bin Ich?“, aufgrund der fehlenden Finanzierung beenden. Ich hatte mit den Frauen angefangen, weil ich mich verantwortlich für sie fühlte. Andererseits hatte ich große Träume und viel Hoffnung auf bessere Finanzierungsmöglichkeiten.

Die Anträge wurden einfach abgelehnt. Langsam wurde es auch immer schwerer, da Gelder für laufende Projekte kaum zu finden sind. Es muss immer etwas Neues sein, statt dass Nachhaltigkeit honoriert wird.

Ich kann dieses ganze System der Projektförderung nicht durchschauen, viele Förderkriterien und -prozesse sowie Fristen machen meine Arbeit schwer. Zum Beispiel soll das Alter der Teilnehmerinnen zwischen 18 und 27 Jahre sein. Ich kann nicht den Workshop nur auf junge Frauen beschränken. Ich denke, ältere Frauen brauchen eher die Unterstützung, da die jungen ein Studium oder andere Möglichkeit haben.

Ich habe versucht, das Projekt an „weißeren“ Institutionen unterzubringen. Aber dann kam immer als Antwort, dass ich ein Konzept schreiben, einen Finanzplan anfertigen und die ganzen Bewerbungskriterien und Fristen einhalten muss. Ich hingegen hatte nur vor, diesen Frauen zu helfen. Nicht mehr. Ich wusste, ich brauche dafür einen Raum, einen geschützten Raum. Wo sie sich frei fühlen und mit mir reden können. Das war mein Ziel. Nicht mehr. Ich wollte auch nicht vorher vorgeben, was aus dem Projekt genau hervorgehen sollte. In diesem sensiblen Kontext braucht es einen Spielraum, um auch experimentieren zu können und den Teilnehmerinnen die Möglichkeit zu geben, selbst zu entscheiden, was dabei entstehen soll. Das Projekt muss sich aus sich selbst heraus entwickeln. Ich muss darauf achten, dass ich mich nach den Frauen richte und ihre Interessen und Bedürfnisse immer richtig wahrnehme. Auch das Ganze auf die Bühne zu bringen, war für sie. Ich hatte das Gefühl, sie sind so abgeschottet durch die Erfahrungen, die sie hier gemacht haben, durch den Kulturschock, den sie hier erleben und durch den Krieg. Durch die Bühne sind sie anders geworden. Eine Frau meinte: „Zum ersten Mal ist mein Mann stolz auf mich. Obwohl er am Anfang gesagt hat, ich darf das nicht machen.“ Eine andere Teilnehmerin sagte zu mir: „Du hast aus uns viel hervorgebracht, davon hätten wir selber alleine niemals gewusst. In mir persönlich hast du das Gefühl geweckt, am Leben zu sein“.

Bei den Workshops, die von anderen Organisationen angeboten wurden, und bei denen ich mitgemacht habe, ist mir aufgefallen, dass immer von einer deutschen Mentalität ausgegangen wird. Das finde ich zu eng. Struktur darf man haben, das ist gut. Ich sehe einen Workshop in Berlin für geflüchtete Frauen, in dem sie lernen, wie Dokumentarfilme mit dem Handy oder mit Mobile Devices gemacht werden können. Das klingt zwar sehr schön. Aber warum? Brauchen sie das? Ich frage mich, ob irgendjemand ihre Bedürfnisse wirklich angeschaut hat. Oder es gibt Freitickets für die Oper. Sie bringen die Geflüchteten aus den Unterkünften in Operetten oder in Opern. Oder ins Museum. Es ist alles legitim, aber ob sie das wirklich brauchen, ob sich diese Angebote ihren Interessen anpassen, das frage ich mich. Wir müssen uns aber vorher fragen: Warum führen wir dieses oder jenes Projekt durch? Ich habe das Gefühl, es hat viel mit der Förderung zu tun. Schnell Geld bekommen, um ein Projekt durchzuführen, egal was, damit man das Geld nicht zurückgeben muss. Offensichtlich können viele doch besser mit diesen Förderlogiken umgehen als ich.

Ich habe viel darüber nachgedacht, was man anders machen könnte, und ich glaube, die deutschen Institutionen sollten sich für Unterstützung und Erfahrungen an bereits existierende Selbstorganisationen wenden.  Die Selbstorganisationen verstehen die Kultur, sie verstehen die Sprache und wahrscheinlich sind sie besser sensibilisiert dafür, was die Menschen wirklich brauchen.

 

 

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