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„Jetzt tretet ihr zurück, wir organisieren uns”.

Ein Interview mit Jugendliche ohne Grenzen und dem GRIPS Theater
Das Interview führte Katharine Kolmans. 

Was ist jeweils eure Rolle bei Jugendliche ohne Grenzen und GRIPS?

Mohammed Jouni: Ich bin bei Jugendliche ohne Grenzen seit der Gründung im Jahr 2005.

Ellen Uhrhan: Ich bin Theaterpädagogin am GRIPS Theater. Mein Schwerpunkt ist die politische Jugendarbeit.

Was ist Jugendliche ohne Grenzen?

Mohammed Jouni: JOG ist die größte bundesweite Selbstorganisation junger Geflüchteter. Wir wollen, dass es eine Struktur von geflüchteten Jugendlichen gibt, die in ihrem eigenen Namen sprechen. Bei JOG haben Jugendliche einen Raum, wo sie all die Erfahrungen von Ausschlüssen, Diskriminierung, Rassismus und so weiter ausgleichen können, wo Selbstermächtigung stattfinden kann und wo man das Gefühl bekommt, dass man nicht nur der Empfänger von Brot, Hilfe und Teddybären ist. Bei JOG bereite ich etwas vor, ich schreib etwas auf, ich geh auf die Bühne, sag das in meinem Namen, und sag das auf die Art und Weise, wie ich das sagen möchte. Ich treffe Politiker*innen und konfrontiere sie mit meinem Leben und Problemen und habe nicht das Gefühl, dass mir nichts anderes bleibt als zu warte,n bis Unterstützer*innen sich mit mir treffen und was lösen.  

Das meiste, was wir machen, findet auf lokaler Ebene statt. Wir organisieren zum Beispiel  Seminare für unsere Gruppe, haben Gespräche mit Politiker*innen und führen Infoveranstaltungen für Schulen und andere durch. Auf Bundesebene veranstalten wir Kampagnen, etwas, was wir von Anfang an mit dem GRIPS Theater zusammen gemacht haben. Da zeigen wir Theaterstücke mit anschließenden Podiumsdiskussionen und erstellen Forderungspapiere. Außerdem organisieren wir jedes Jahr eine Konferenz, die parallel zu der offiziellen Innenministerkonferenz stattfindet, wo wir auch viele Kunst- und Protestaktionen veranstalten, wie zum Beispiel die Wahl des  „Abschiebeministers“. Wir machen viel Lobbyarbeit, aber auch sehr viel Empowermentarbeit für JOG selber.  

Wir sind nicht monoethnisch oder monoreligiös. Bei uns engagieren sich Mädchen und Jungs, Männer und Frauen aus der ganzen Welt. Wir haben die unterschiedlichsten Bildungserfahrungen und kommen aus unterschiedlichsten Schichten und Klassen. Uns vereinigt, dass wir unter dem gleichen System zu leiden haben. Das ist in erster Linie Duldung, Abschiebungsangst und Ausschluss von Bildung.

Was ist das GRIPS Theater?

Ellen Uhrhan: Das GRIPS Theater ist ein Kinder- und Jugendtheater, das sich selber anti-pompös nennt, ein Theater für alle. Uns ist wichtig, allen Leuten Zugang zu unserem Theater zu schaffen, egal aus welcher Schicht sie kommen, egal, welcher Religion sie angehören , egal, mit welchen Status sie in Deutschland sind.

Wie ist die Kooperation zwischen JOG und GRIPS entstanden?

Mohammed Jouni: Die Idee, JOG zu gründen, ist im Beratungszentrum für junge Flüchtlinge und Migrant*innen (BBZ) entstanden. Von Anfang an waren der Berliner Flüchtlingsrat, pro Asyl und auch das GRIPS Theater beteiligt. Gleich bei der ersten Kampagne war das GRIPS sehr präsent und hat einige seiner personellen Ressourcen in diese Arbeit mit einfließen lassen. Das GRIPS war außerdem für Finanzierung und das Herstellen von Kontakten zu Politiker*innen wichtig. Im Jahr 2005 hat sich noch kein*e Abgeordnete*r dafür interessiert, wenn sie*er von einer Gruppe Geflüchteter angeschrieben wurde. Wenn ein Theaterhaus schreibt, gibt es da eine andere Resonanz.  

Worum ging es in euren gemeinsam erarbeiteten Kampagnenstücken?

Ellen Uhrhan: Es gab zwei Kampagnenstücke: Hier geblieben! und S.O.S for Human Rights.

Mohammed Jouni: Hier geblieben! wurde in den Jahren 2005 bis 2007 aufgeführt. Es handelt von einem Mädchen namens Tania, das in den Balkan abgeschoben werden soll. Ihre Schulklasse solidarisiert sich mit ihr, sie sammeln Unterschriften und schreiben an die Lehrer*innen und den Flüchtlingsrat. Die Kinder, die das Stück anschauten, konnten anschließend Postkarten mit ihren Forderungen schreiben, die dann Politiker*innen übergeben wurden. Bei Auftritten in Schulen gab es danach eine Diskussion mit Jugendlichen von JOG. Im Gegensatz zu heute kannte damals noch niemand die Themen Flucht, Duldung und Asyl. Manchmal waren wir an Schulen, in denen die Lehrer*innen erst dann feststellten, dass sie viele Geduldete bei sich haben. Das ist uns bei sehr vielen Auftritten passiert.

Bei S.O.S for Human Rights, was 2009 / 2010 aufgeführt wurde, ging es um unsere Geschichten, von unseren Familien und Freunden. Wir haben uns tagelang getroffen und Interviews geguckt, um zu entscheiden, was man in den Inhalt des Stücks aufnehmen kann und was nicht, damit wir auf keinen Fall Leute gefährden, weil es schon spezielle Geschichten sind. Das vordergründige Thema des Stücks waren die EU-Außengrenzen, da ging es auch um Frontex, die Drittstaatenregelung, und so weiter ... um das, was heute aktuell ist. Wenn du damals über die EU-Außengrenzen gesprochen hast, wurde das als Randthema wahrgenommen.

Ellen Uhrhan: Das aktuelle gemeinsame Format ist der Open-Stage-Abend Mensch Willkommen!. Im Orga-Team gibt es Erwachsene und Jugendliche, und das Moderationsteam besteht aus Jugendlichen, die von Theaterpädagog*innen gecoacht werden. Auf der Bühne gibt es unterschiedliche Beiträge von jungen Menschen, von Gesang bis Tanz, von Poetry über Rap, Zirkus, Gitarren und Theater. Außerdem laden wir auch Akteur*innen der Zivilgesellschaft wie zum Beispiel den BumF [Bundesfachverband minderjährige unbegleitete Flüchtlinge], das BBZ [Beratungs- und Betreuungszentrum für junge Flüchtlinge und Migranten] oder das “We are born free! Empowerment Radio” ein.  

Mohammed, in den Anfängen wart ihr stark an das GRIPS und andere Organisationen gebunden. Jetzt bezeichnet ihr euch als „Selbstorganisation“. Wie hat sich das ergeben?

Mohammed Jouni: Es ist interessant zu sehen, dass das GRIPS bei den Videos der ersten Kampagne sehr präsent ist. Die meisten Aufgaben wurden von Erwachsenen durchgeführt. Ab 2009 sind die Helfer*innen des GRIPS und des BBZ in den Fotos so gut wie gar nicht mehr vorhanden. Bei der Konferenz im Jahr 2009 haben wir die Erwachsenen aus unserer Sitzung ausgeschlossen und uns gefragt, was wir mit ihnen machen sollen. Sie redeten zum Teil zu viel, und das wollten wir nicht… Uns war gleichzeitig klar, dass wir nicht alles alleine machen konnten. Denn wer fährt dann den Bus? Wer schmiert die Brote? Wer ruft bei der Jugendherberge an? Daraufhin haben wir beschlossen, dass wir das meiste übernehmen wollen, aber trotzdem die Erwachsenen um Rat fragen. Für die Erwachsenen war auch von vorneherein klar, dass sie sich irgendwann mal zurückziehen werden.

Es geht nicht darum, dass Jugendliche von Anfang an alles selber machen müssen. Nach einem Film oder Theaterstück will das Publikum oft unbedingt hören: das haben die Jugendlichen von A bis Z komplett selber gemacht. Warum sollte das so sein müssen? Bei uns war es nicht so, dass Jugendliche sich auf der Straße getroffen haben und gesagt haben, “Komm, wir gründen jetzt JOG und werden aktiv”. Ich denke, es sind die Erwachsenen, die die Jugendlichen zunächst einladen, motivieren und Dinge machen und zeigen. Das GRIPS war in dieser Anfangszeit sehr präsent. Inzwischen gehen wir eher punktuell auf die anderen Organisationen zu, wenn wir etwas Bestimmtes brauchen.

Ellen Uhrhan: JOG ist aus den Kinderschuhen rausgewachsen und kann gut für sich selber sprechen. Jetzt sehe ich das GRIPS eher als Freund und Unterstützer auf Anfrage. Bei der Konferenz war klar, ich arbeite nicht unbedingt inhaltlich, sondern bin quasi nur der ausführende Akt und coache Jugendliche für ihre Aufgaben.

War es für das GRIPS als große Institution jemals schwierig, mit den politischen Positionen von JOG mitzugehen?

Mohammed Jouni: In manchen Kooperationen wurde uns gesagt „Wir verstehen eure Forderungen, aber wir können das jetzt nicht mit reinnehmen.“ Mir fällt wirklich keine Forderung ein, bei der das GRIPS nicht mitgegangen wäre, ob das jetzt „Bleiberecht für Alle“ oder „Grenzen offen für Alle“ war. Manchmal sehe ich bei anderen Theatern, dass Projekte mit Geflüchteten so künstlich wirken: „Wir wollen jetzt auch was mit Flüchtlingen machen – aber wir wollen mit euren Problemen nichts zu tun haben. Wir machen ein schönes Foto, und danach seid ihr weg.“ Das Besondere am GRIPS Theater ist einfach, dass es an sich ein politisches Theater ist, sie arbeiten ohnehin schon zu den Themen.

Ellen Uhrhan: Wir sind ein linkspolitisches Theater und positionieren uns dazu auch.  Es geht nicht darum, Weihnachtsmärchen zu machen, wir bringen eher ein Stück über Kinderarmut raus oder thematisieren Gewalt und Mobbing. Die verschiedenen Lebensrealitäten der Kinder und Jugendlichen sind in unseren Stücken abgebildet. Was uns die Freiheit gibt, uns zu positionieren und zu unseren Partnern zu stehen, ist, dass wir ein privates Theater sind, auch wenn wir subventioniert sind.

Seht ihr einen Widerspruch darin, Kunst und Politik miteinander zu verbinden?

Ellen Uhrhan: Das eine schließt das andere nicht aus. Wenn ich sage, wir machen zum Thema Kinderarmut ein Stück, also zu einem politischen Inhalt, dann kann das genauso ästhetisch umgesetzt werden. Es muss sich ja nicht ausschließen.

Mohammed Jouni: Mich macht das wirklich rasend, wenn Leute Kunst und Politik auseinander nehmen. Ich sehe keinen Lebensbereich, der nicht von Politik tangiert wird. Ich versuche mir vorzustellen, wie GRIPS und JOG zusammen ein Stück machen, der Inhalt aber nichts mit unseren politischen Forderungen zu tun hat und danach einfach alle nach Hause gehen. Dann hätte man davon gar nichts. Natürlich war uns immer klar, dass nach unseren Konferenzen manche Leute in ihre Wohnungen und manche in ihre Lager zurückgehen. Das war dann aber auch Inhalt unserer Kampagnen.

Auch bei Mensch Willkommen war es von vorneherein klar, dass es eine Kunstveranstaltung wird, die auch politisch ist. Auf der Bühne gab es Forderungen für Bleiberecht, und die Abschiebungen nach Afghanistan wurden thematisiert. Eine Jugendliche von JOG hat auf der Bühne ihre Geschichte erzählt, was sie aber nicht nur auf eine traurige Art und Weise gemacht hat, sie war sehr stark, als sie ihre Poetry performt hat. Ein anderer Künstler erzählte von seiner gebrochenen Hand, weil er in seinem Land aufgrund seiner Kunst im Gefängnis gelandet ist. Das beschäftigt die Jugendlichen, und da kannst du nicht sagen, dass es nicht okay sei, das zu erzählen, nach dem Motto „Sing und hau wieder ab“. Da ist endlich mal die Bühne, wo 100 Leute da sitzen, und sie endlich mal loswerden können, was sie beschäftigt. Auch der Flüchtlingsrat, der BumF und das BBZ kamen auf die Bühne.

Würdet ihr euch wünschen, dass es mehr Kooperationen wie die eure gäbe – zwischen einer Institution und einer selbstorganisierten Gruppe?

Ellen Uhrhan: Ich glaube, diese Kooperationen sind immer gut, da es um Synergieeffekte und Ressourcenverteilung geht. Es muss für mich als Institution klar sein, dass ich eventuell nur der Geldgeber bin oder meine Ressourcen zur Verfügung stelle, um die Selbstorganisation zu ermöglichen. Im  Kontext Asyl bin ich schon auf Projekte gestoßen, bei denen ich mich gewundert habe, um wen es eigentlich geht: um einen Künstler, der ein Projekt macht, dass er politisch wichtig findet, oder um die Geflüchteten? Für mich existiert eine Kooperation nicht erst dann, wenn man was auf der Bühne zeigen kann. Ich kann auch sagen, dass ich den Raum und die Materialen anbiete und gar nichts habe, womit ich als Kooperationspartner sichtbar werde.

Mohammed Jouni: Ich glaube, langfristig wird es nur gelingen, wenn mit Selbstorganisationen gearbeitet wird oder wenn Geflüchtete selber an die Fördertöpfe rankommen. Es ist wichtig zu sehen, wer welche Ressourcen mitbringt. Wenn ich als Geflüchteter erst seit kurzem hier lebe und mich gar nicht auskenne, kann es sinnvoll sein, mit einer Institution zusammenzuarbeiten, um ihre Ressourcen zu nutzen, aber gleichzeitig sollte man auch unabhängig von der Institution sein können.

Ellen Uhrhan: In unserer Kooperation gab es auch zu Beginn einen Moment, in dem Erwachsene Arbeit gemacht haben, um Jugendliche zu empowern. Vielleicht braucht es bei diesen neuen Kooperationen auch erst diesen Schritt, in dem Institutionen diese Rolle übernehmen, es dann aber zu diesem Moment kommt, an dem Leute sich selber empowern und sagen „Jetzt tretet ihr zurück, wir organisieren uns“.

Mohammed Jouni: Dann ist es wichtig, dass die Menschen in den Institutionen in der Lage sind, anzuerkennen, dass es in erster Linie nicht um sie geht. Das kann schon auch wehtun, wenn man merkt, dass man entbehrlich ist. Du musst dann damit klarkommen, dass du eine neue Rolle hast. Wenn du das nicht im Blick hast, kann es schon sehr konfrontativ sein.

Ihr benutzt das Wort „Empowerment“. Was versteht ihr darunter?

Mohammed Jouni: Ich glaube, dass die Umstände, die JOG geschaffen hat, empowernd sind. Es geht darum, wie wir organisiert sind, wer bei uns organisiert ist und zu welchen Themen wir arbeiten. Wir haben oft safer spaces, in denen Leute erzählen können, ohne sich rechtfertigen und viel erklären zu müssen. Allen ist klar, wie es ist, wenn du im Heim lebst. Bei uns merken die Jugendlichen, dass es Menschen gibt, bei denen ich mal heulen und am nächsten Abend bei der Party noch mal lachen kann.

Die Lebenslagen, in denen die Menschen sind, mit denen wir arbeiten, werden wir auf kurze Zeit nicht verändern können. Wir können zum Beispiel nicht von heute auf morgen die Duldung abschaffen, die Grenzen öffnen und den Zugang zu Studium und BAföG ermöglichen… Es geht darum, trotz allem handlungsfähig und aktiv zu sein, anstatt sich  überwältigt, depressiv und nutzlos zu fühlen.

Ich kenne keine Person, die bei JOG aktiv war und abgeschoben worden ist. Wir haben auch es in den schwierigsten Situationen mit Riesenkampagnen geschafft, dass alle bleiben konnten. Das erzähle ich vielen Jugendlichen, die neu bei uns sind. Wir wissen, es gibt all diese Probleme, aber wir sind Power und machen und tun und wenn du keinen Bock hast und einfach nur weinen willst, ist das auch okay. Das ist, glaube ich, Empowerment.

Bei vielen Flyern und Projektbeschreibungen sehe ich allerdings, dass da „Empowerment“ drauf steht, weil es irgendwie im Förderantrag drin stehen muss. Wenn ich mir dann anschaue, wie da gearbeitet wurde und wer da mit wem gearbeitet hat, sehe ich nicht sofort, wie da Empowerment drin steckt.

Ellen Uhrhan:  Was wir als Institution machen können, ist zu schauen, was wir an Wissen, Kontakten, Personal, Räumen oder Geld geben können. Wir stellen unsere Struktur zur Verfügung. Ob sie dann genutzt wird oder nicht, ist dann wieder abhängig von den Interessen der Leute. Wir können Leuten Räume anbieten, in denen sie sich selbst empowern können, wenn sie wollen. Es sollen Räume sein, wo Leute ihre Geschichte erzählen können, ohne dass sie ausgestellt werden. Es geht nicht darum, dass ihre Geschichten unbedingt auf die Bühne müssen und Heimat, Flucht und Folter thematisiert werden. Es kann auch ein Angebot geben zu etwas, wofür die Jugendlichen brennen, das aber nichts mit dem Thema Flucht zu tun hat.

 

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