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Sind kulturelle und politische Arbeit voneinander zu trennen?

Review unseres Panels auf den Interventionen 2017

Von Laura Paetau

Ist Kunst zu machen eigentlich Luxus? Was bedeutet es, in Kunstprojekten zu arbeiten, wenn die eigene Existenz in Frage steht? Und welche Absicht verfolgt man, wenn man mit Asylsuchenden arbeitet? Das sind Fragen, die gleich zu Beginn unserer Veranstaltung  „Kulturelle Bildung im Kontext Asyl: Sind kulturelle und politische Arbeit voneinander zu trennen?”, die im Rahmen der Tagung Interventionen. Diversity in Arts and Education stattfindet, im Raum stehen. Der Titel ist zugleich die Ausgangsfrage unseres Fish-Bowl- Panels. Als Gäste geladen sind dafür: Sandra Selimović (Regie Become Flüchtling), Samee Ullah (CommUnity Carnival), Ferdos Mirabadi (Kargah e.V.) und Ahmed Shah & Mohammed Kello (Club Al-Hakawati). Moderiert wird das Format von Marwa Al-Radwany.

We'll come UNITED

"Mit Kunst kann man erzählen, was man nicht erzählen darf. Art is very close to life. If it's not close to life, it's not art." befindet Samee Ullah gleich zu Beginn des Gesprächs. Asylsuchende Künstler*innen sollten nicht in erster Linie als Schauspieler*innen anerkannt werden, sondern zunächst als Menschen, fordert er. Ullah ist seit 2013 in Berlin und war Koordinator der Kampagne „My right is your right“, ein Bündnis von Kulturschaffenden, Aktivist*innen, Jurist*Innen, Geflüchteten, Kirchenvertreter*innen, Vereinen, Gewerkschafter*innen, Nachbarschaftsinitiativen, Einzelpersonen und vielen weiteren Gruppen. Ende 2014 gründete sich das Netzwerk, um sich stärker in die Berliner Flüchtlingspolitik einzumischen und Sichtbarkeit zu schaffen. Jetzt koordiniert Ullah gemeinsam mit anderen den CommUnity Carnival, eine große Parade, die am 16. September 2017 in Berlin stattfindet und unter dem Motto „We'll come UNITED“  bundesweit zu einem bunten Protest einlädt. Der CommUnity Carnival steht ganz in der Tradition des Karnevals für ein „Gelächter von unten“: im Aufruf heißt es: „Dieser Karneval ist ein Moment der Unity, der Gemeinschaft gegen Rassismus, gegen die Objektivierung und Entmenschlichung von Geflüchteten und ein guter Ort, um unsere Geschichten zu teilen. Der CommUnity Carnival soll eine Plattform sein, um so viele Gruppen wie möglich zusammenzubringen und starke Geschichten, Bilder, Momente der Solidarität und Hoffnung gegen die Angst zu erschaffen.“

"Warum organisiert ihr einen Karneval und nicht eine Demonstration?" möchte Marwa Al-Radwany auf der Veranstaltung wissen. „Karneval hat eine lange Tradition des Widerstands, es hat eine Tradition des Lachens“, erklärt Ullah. Ein Lachen, dass sich an die Herrschenden richte. In seinem Aufruf erklärt der CommUnity Carnival:

„Nach Michail Bachtin [russischer Philosoph und Literaturkritiker, 1895–1975] kommt der Karneval aus einer populären Tradition, in der sich Kunst und das Leben begegnen. Karneval ist ein kollektiv aufgeführtes Stück, in dem groteske Momente und Übertreibungen entstehen. Die Grenze zwischen Schauspieler*innen und Zuschauer*innen verschwimmt. Eine Vielfalt von Stimmen kommt zum Vorschein, die sich verbinden um Traditionen zu hinterfragen, sich Hierarchien zu widersetzen und wirklichen Austausch von Menschen ermöglichen. Unsere Körper sind nicht länger isolierte Atome, sie werden Teil eines sich immer fort entwickelnden Kollektivs und erfahren ‚die Möglichkeit einer anderen Welt‘”.

Wir brauchen kein Mitleid, wir brauchen Solidarität!

„Mein Startpunkt als Künstler war, als ich alles verloren hatte. Wenn man weiß, man ist am Nullpunkt und die ganze Welt weiß, du bist am Nullpunkt, dann hat man das Bewusstsein, alles zu erzählen.” Ullah beschreibt die Bühne als Chance, alles erzählen zu können. Er sei nicht hier, um Kleidung oder Essen zu bekommen: „Wir brauchen kein Mitleid, wir brauchen Solidarität.” Er sei Ingenieur und habe acht Jahre Berufserfahrung. „Gib mir Arbeit!” sagt er. Wie das Leben in den Erstunterkünften sei, wüssten alle, aber niemand spreche darüber. Das sei die erste Forderung und der Grund, warum er als Schauspieler spiele. „Wir haben das Recht, jederzeit auf die Straße zu gehen, zu demonstrieren und unsere Idee zu feiern." Solidarität ist der direkte Aufruf des CommUnity Carnivals. „Don’t abuse the people.” fordert Ullah und fragt: „Wo beginnt kulturelle Bildung und eine willkommene Willkommenskultur und wo fängt ein Abhängigkeitsverhältnis an?” Denn Abhängigkeiten seien per se strukturell gegeben. Das Selbstverständnis der beteiligten Akteur*innen erscheine ausschlaggebend dafür, ob sich diese strukturellen Gegebenheiten verstetigen oder in diese interveniert werde, mit dem Ziel, diese aufzulösen.

 

Von Sichtbarkeit ...

Sandra Selimović leitet ein Projekt des Vereins Amaro Drom, einer Selbstorganisation von Rom*nija und Nicht-Rom*nija mit dem Titel "Become Flüchtling“. Das Stück bringt deutsche Rom*nija-Jugendliche zusammen, die in der Gefahr schweben, abgeschoben zu werden. „In den letzten Jahren hat es viele Deportationen gegeben nach Serbien und in die sogenannten sicheren Herkunftsländer” erklärt sie. Selimović ist selbst Romni aus Serbien und kam als Fünfjährige mit ihrer Familie nach Österreich. Sie ist Schauspielerin und Regisseurin und hat in Wien viel Aufsehen erregt mit ihrem Romnija-Theater-Verein Romano Svato – der erste professionelle und feministische Rom*nija-Theaterverein – und Performances wie Roma Attack und Roma Armee Fraktion. Als politische Aktivistin hatsie auch den Protestmarsch Geflüchteter aus dem Flüchtlingslager Traiskirchen nach Wien Ende 2012, die anschließende Besetzung des Vorplatzes der Votivkirche und den Einzug in die Kirche unterstützt. Seit kurzem ist Selimović in Berlin. Als Schauspielerin spielt sie im Maxim Gorki Theater in dem Stück Roma Armee, zu dem sie gemeinsam  mit ihrer Schwester Simonida Selimović die Idee entwickelt hat. Deutschland und Österreich verfolge eine Politik des Platzmachens und einer Hierarchisierung von Geflüchteten, wie die Unterteilung in ‚Wirtschaftsflüchtlinge‘ und andere. erzählt sie. Es wird unterteilt in Flüchtlinge mit guten und schlechten Aussichten. In ihrer Arbeit gehe es letztendlich viel um Sichtbarkeit und Sichtbarmachung, erklärt Selimović.

...und Selbstorganisation

Ferdos Mirabadi benennt Selbstorganisation als Ziel ihrer Arbeit. Kargah ist das persische Wort für Werkstatt. Der Verein für interkulturelle Kommunikation, Migrations- und Flüchtlingsarbeit hat sich offiziell 1986 in Hannover gegründet, um Geflüchtete aus dem Iran zu unterstützen, die nach der gescheiterten Revolution von 1979 nach Deutschland gekommen waren. Kargah ist eine Selbstorganisation von Geflüchteten und Migrant*innen, die bereits seit 1980 aktiv sind – ursprünglich als Hilfe zur Selbsthilfe von politischen Geflüchteten aus dem Iran, hat sich Kargah im Laufe seines Bestehens für Menschen aller Herkünfte geöffnet, die von Abschiebung, Ausgrenzung oder fehlender Chancengleichheit und prekären Lebensbedingungen betroffen sind. Jede*r könne heute mitmachen, Religion spiele keine Rolle, der Verein sei parteilos, 90 % der Teilnehmer*innen und Mitglieder seien Frauen, erzählt Mirabadi. Und frauenspezifische Themen seien auch relevant: Es gebe Sprachkurse, Beratung für Migrantinnen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind und Kinderbetreuung. Kulturelle Arbeit mit dem Fokus auf Begegnungen haben den Verein bei seiner Arbeit immer begleitet. Die Vereinsarbeit sei projektbezogen finanziert, die Politik bestimme auch die Förderung. Hier macht Mirabadi auf die Defizite innerhalb der Förderlandschaft aufmerksam. Förderlogiken seien nicht immer einzuhalten, wenn man gute Arbeit leisten wolle. Dabei verfolgt Kargah beim Ehrenamt einen politischen Ansatz. Politische Erwartungen seien hier der Anspruch auf Augenhöhe, Teilhabe und Partizipation. Diese sollen in den Projekten selbst umgesetzt werden.

Meine Geschichte gehört mir

Auf Al-Radwanys Frage hin, ob Kunst von Geflüchteten sowie mit Geflüchteten und Nicht- Geflüchteten automatisch politisch sein müsse, weil sie unter bestimmten Bedingungen stattfinde, oder auch eine Art „Therapie“ und Ablenkung sein könne, antwortet Ullah: „What is not political? Art cannot change or give you solutions for your bureaucratic and political problems, but it can show you how to live, how to resist. Resistance is a power and art empowers the power.“ (Kunst kann dein Leben nicht verändern oder Lösungen für bürokratische oder politische Probleme bieten, aber sie kann dir zeigen, wie du leben und Widerstand leisten kannst.) Ein 30-Sekunden-Gastauftritt auf der Bühne eines Theaterstücks, das eigentlich von weißen, deutschen Schauspieler*innen gespielt werde, und anschließend eine Premierenparty mit Party, Kleidung und Essen für die Geflüchteten, wie er es schon erlebt habe – das sei nicht das, was gebraucht werde. „Wenn ein Haus oder Regisseur Geld von der Stadt bekommt, für ein Projekt mit Migrant*innen und Geflüchteten, und er zeigt meine Geschichte auf der Bühne, darüber was alles schlecht ist, diese Geschichte gehört mir.“

Nobody gives us a voice, we take it!

Ahmed Shah greift diesen Punkt auf und erklärt: „Jede*r von uns hat eine Geschichte, aber wir werden abgestempelt, wir sind eine Krise geworden und haben selbst vergessen, dass wir Menschen sind.“ Gemeinsam mit Mohammed Kello ist er Teil des Clubs Al-Hakawati (Club der Geschichtenerzähler*innen). Der Club hat sich ein Manifest gegeben, mit dem Titel „Nobody gives us a voice, we take it!“ (Niemand gibt uns eine Stimme, wir nehmen sie uns). Darin heißt es: „we come from every corner of the world and we are open to the world. we are an international, self-organized, creative collective. we are a community where every member is important. we break the border of language, nationality and cultural differences. Club Al-Hakawati is a re-mix of culture, is a melting pot and an experimental ground. we are an inclusive group, open for new members who respect our manifesto

„Warum ist dieses Manifest und die Frage der Selbstorganisation für euch so wichtig, und wie drückt sie sich ganz konkret in eurer Arbeit aus?“ möchte Al-Radwany wissen. Kello antwortet: „Club Al-Hakawati heißt nicht mehr ‚Refugee Club‘ [sein Vorgänger]. Wir wollen als Menschen gesehen werden, nicht als Flüchtlinge. Wir sind Kunstschaffende, Geschichtenerzähler*innen und keine armen Opfer. Aber unsere Geschichten sind wichtig, weil wir Gerechtigkeit wollen und weil wir damit unsere Situation sichtbar machen. Hier geht es auch um Krieg, Rechtlosigkeit, Rassismus und so weiter. Gearbeitet wird auf Augenhöhe, es gibt keinen Boss, wir sind alle eins, ein Ensemble, wir sagen ‚Niemand gibt uns eine Stimme, wir nehmen sie uns‘. Es geht nicht darum, dass in unserem Ensemble nur Geflüchtete arbeiten dürfen – bei uns sind alle willkommen, die unser Manifest respektieren.

Shah beschreibt, wie beim Geschichten-auf-die-Straße-Bringen auch unangenehme Geschichten erzählt werden. Diese Geschichten seien ihr Gepäck und auch eine politische Auseinandersetzung, denn letztendlich seien weltweite politische Bedingungen der Grund, warum Menschen flüchten müssen und das sei auch der Grund, warum sie hier seien: „We are here because you are there.“ Der Club Al-Hakawati bewege sich dabei sehr autonom und momentan relativ unabhängig von Förderlogiken [sprich: frei von finanzieller Förderung, das heißt ehrenamtlich]. Dadurch sei man zwar frei von solchen Strukturen, aber auch von Selbstausbeutung betroffen und der Möglichkeit, bestimmte Infrastrukturen zu schaffen. Man sei also nicht betroffen von der ‚Projektitis‘, einer Krankheit der Projektförderung, die nach der herrschenden Förderlogik stets neue Projekte erwarte, die ein konkretes Ziel formulieren, Teilnehmende erfasse, Ergebnisse messe und zeitlich beschränkt sei. Solch eine Krankheit könne bedeuten, sehr schnell Ergebnisse zu erwarten und gehe auch mit einem bestimmten Druck einher, erklärt Shah. „Wer sind wir, zu erwarten, dass ein Projekt klappt, wenn wir in ein Camp [von Geflüchteten] hineingehen, unter diesen Bedingungen?“ Dabei sei die Willkommenskultur durchaus willkommen gewesen. Doch der entscheidende Impuls sei gewesen, dass Geflüchtete selber Druck gemacht haben und eine Bewegung nach der anderen organisiert haben. Diese Bewegung werde von Aktivist*innen getragen. Shah betont, wie wichtig es sei, dass diese Aktivist*innen das Geld bekommen, das derzeit an die großen Theater und Projekte gehe. Nach nur drei oder vier Jahren Geflüchtetenpolitik und kultureller Bildung mit Geflüchteten seien solche Projekte bereits die größten Abnehmer von Geldern für die Arbeit mit Geflüchteten. Die Aktivist*innen, die seit Jahren selbstorganisierte Projekte tragen und eine Bewegung aufbauen würden, haben solche Gelder nie bekommen. „Das Geld wird von oben nach unten aufgeteilt, wir fordern eine Umverteilung dieser Gelder an die Aktivist*innen.“

An diesem Abend wird deutlich: Kunst findet nicht in einem luftleeren Raum statt. Das tut sie nie, aber der Kontext Flucht und Asyl lässt die unterschiedlichen Produktionsbedingungen und Voraussetzungen eklatant erscheinen. Wollen Projekte und Institutionen hiermit umgehen und diesen Fakt nicht ignorieren, sind sie aufgefordert, eine Haltung zu entwickeln, die diesen besonderen Gegebenheiten gerecht wird. Zu schweigen oder nicht damit umzugehen bedeutet immer auch ein Erhalten des Status Quo. Bei kulturellen Projekten und Kunst von und mit Geflüchteten geht es eben auch um den Moment der Sichtbarkeit. Als wer wird man gelesen? Welche Label werden verteilt? Es geht um das Recht, die eigene Geschichte zu erzählen, das Recht auf Selbstrepräsentation.

Die Selbstbestimmung anderer zuzulassen, geht immer auch damit einher, Deutungshoheit abzugeben. Hier stellt sich die Frage, inwiefern Projekte und die Engagierten für eine Willkommenskultur im Bereich der kulturellen Bildung bereit sind, sich selbstkritisch und in einer solidarischen Haltung gegenüber den Teilnehmer*innen zu positionieren. Was ist das eigene Selbstverständnis als Unterstützer*in? Darin eine Haltung zu entwickeln ist notwendig, um eben nicht bei der Projektitis stehen zu bleiben und lediglich Symptome zu bekämpfen.

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English Version: Dossier 'Diversity Sensitive Supervision of Berlin Mondiale'

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